Biberforschung im Waldkindergarten

In meinem Waldkindergarten gehen wir regelmäßig Wandern. Unser großes Glück: Wir wohnen Tür an Tür mit zwei Biberfamilien. Da ist es ein leichtes das Forscherherz der Kinder für das Thema Biber zu entfachen.


Warum brechen dem Biber die Zähne beim Baum fällen nicht ab?

So die Frage vieler Kinder nach der Biberwanderung. Wenn wir mit unseren Zähnen Bäume fällen, brechen die doch ab oder? Wie macht der das?

Das Forscherherz der Kinder war geweckt und das sind natürlich die Momente, in denen das Pädagogenherz hüpft. Also nix wie hin in meinen großen Keller und in der Rubrik naturwissenschaftliche Bildung wühlen.

Am nächsten Tag bin ich einem Biberschädel, einem Biberfell, einem Fundstück mit Nagespuren und sämtlichen Büchern angerückt. Unsere Waldkindergartenkinder haben damit die ganze Woche Biberforschung betrieben.


Darum müssen Biber keine Zähne putzen. Wie unfair

Biber haben nämlich ständig nachwachsende Zähne mit einem absolut eisenharten Zahnschmelz. Die Kinder konnten den mitgebrachten Schädel untersuchen und die nachwachsenden Zähne herausziehen.

Schwer beeindruckt von der Länge der Zähne und dem orangefarbenen Zahnschmelz diskutierten sie wieso denn bisher kein Mensch herausgefunden habe, wie sowas funktioniert.

Zitat: „Also ich werde Wissenschaftler und erfinde so eine Zahncreme. Dann braucht man ja höchstens einmal im Jahr die Zähne putzen. Ich nenne die dann Biberzahncreme. Nur orange kann die nicht sein. Das sieht ja blöd aus“.


Wie ist der denn hier ums Leben gekommen? Warum bringt man die um?

Während der Forschung in der Kleingruppe fragten sich die Kinder natürlich, wie kommt die Iris an so ein Fell und einen Schädel.

Gegenfrage: „Was denkt ihr denn?“.

Antworten: „Der war schon sehr alt und ist gestorben“, „der ist zusammen gefahren worden“, „der wurde erschossen und gegessen“, „jemand hat gefroren und ihn wegen dem Fell umgebracht“, „der ist bei dem Kampf um sein Revier ums Leben gekommen“.

Ich brauchte nichts mehr hinzuzufügen alles stimmt. Man muss nur die Kinder fragen.



„Ich würde mir aus dem Biber ein Kopfkissen machen, ist so schön weich.“

Die Kinder waren fasziniert von dem weichen Fell. „Fast so weich wie das von der Brunhilde. Aber nur fast“. Die haptische Begegnung mit dem Fell haben die Kinder sehr genossen. Einige haben es sich nicht nehmen lassen das Fell mit dem Gesicht zu ergründen. Die Augen wurden gesucht, die Ohren inspiziert und der Schädel unter das Fell gelegt, um zu sehen wie der Biber wohl ungefähr ausgesehen hat.

Sternstunden für mich. Kinder sind Forscher und wenn man sie lässt und die Antworten nicht gleich raus haut, dann gehen sie jeder Sache auf den Grund. Sie machen sich die Welt zu eigen. Das ist mehr als bloßer Wissenserwerb.

 Und wenn man, so wie ich jeden Tag dabei sein darf, verändert man sich mit den kleinen Forschern mit. Ich weiß jetzt

„Die Welt braucht Biberzahncreme“.

Da hätte ja eigentlich längst ein Erwachsener drauf kommen können.



Dein Waldschrat 

Dr. Iris Osswald-Rinner

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Dr. Iris Osswald-Rinner
info@waldpaedagogik.life

Waldschrat, Wissenschaftlerin und freie Autorin. Ich mache, was mein Herz mir sagt und von meinem Verstand genehmigt aber auch von ihm unterstützt wird. Mein Herz schlägt für meinen Mann und meine Kinder. Ich bin eine Vollblutsoziologin, die niemals aufhört nach dem guten, glücklichen Leben zu forschen. Insbesondere für Kinder. Zu meinem persönlichen guten Leben gehören zwei Neufundländer, drunter geht nix.