Ein Einblick in unseren Alltag als Waldkindergarten

Neuigkeiten, spannende Informationen, aktuelle Projekte

Waldkindergarten, das klingt erstmal spannend und aufregend. Doch, wie läuft so ein Tag eigentlich überhaupt ab?
Gibt es Besonderheiten, was macht man da den ganzen Tag und, ist man wirklich immer draußen?
Der Ansatz in einem Kindergarten wie dem Unseren ist freilich ein anderer,
Schere, Papier und Stift sieht man hier eher selten.
Das Wetter diktiert unseren Alltag, planen bringt wenig – trotz Wettervorhersage.
Auch die Ausstattung eines Waldkindes sieht so ganz anders aus, als die eines Hauskindergartenkindes.
Deshalb berichten wir hier regelmäßig von unseren Aktivitäten, unserem Alltag und unseren Projekten.
Denn in einem Waldkindergarten gibt es immer was zu tun.
Die Pädagogische Leitung, Dr. Iris Osswald-Rinner berichtet für euch vom wohl
abwechslungsreichsten und schönsten Arbeitsplatz der Welt.
Nicht nur Vorteile finden hier ihren Platz, in diesem Blog wird auch über mögliche Nachteile,
hartnäckige Mythen und echte Erfahrungen gesprochen.

Waldkindergarten Grünthal, Kinderkonferenz, Partizipation im Kindergarten, Du siehst Kinder in einem Kreis im Wald sitzen

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Partizipation im Waldkindergarten Grünthal – Ein Praxisbeispiel

Zitat aus dem Waldkindergarten Grünthal: „Mensch, hier läuft nix rund – das müssen wir besprechen. Wir brauchen eine Kinderkonferenz!“

Die Partizipation im Kindergarten ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Und was lässt mein Pädagogenherz höher schlagen, als solch ein Satz? Im Waldkindergarten Grünthal vertrete ich einen Ansatz, der es den Kindern ermöglicht, sooft und soviel wie es machbar ist, das Leben miteinander zu gestalten. Unsere Waldkinder sind deshalb sehr engagiert, vor allem in den Belangen, die sie selber mitgestaltet und entschieden haben.


Partizipation im Kindergarten und die praktische Umsetzung

Die Teilhabe am Miteinanderleben ist für die Kindergartenkinder in unserem Waldkindergarten selbstverständlich. Unter anderem sind sie an den Verrichtungen des täglichen Lebens beteiligt, indem sie Dienste ausüben. Für unsere Kinder sind die Dienste mehr als eine Pflicht. Sie sind eine Ehre, eine wichtige Aufgabe und werden sehr ernst genommen. Es gibt einen Dienst für das Händewaschwasser, für das Handtuch, die Lesebank, die Leitungsbank, Hundewasser, Besteck, die Brücke usw. Bisher war es so organisiert, dass die Vorschulkinder einen Basisdienst hatten, den sie selber organisieren und im Team bewerkstelligen mussten. Alle anderen wurden von mir wochenweise abwechselnd eingeteilt. Soweit so gut. In letzer Zeit liefen die Dienste jedoch ziemlich holprig. Irgendwie „Sand im Dienstgetriebe“, doch keiner wußte genau warum. „Mensch, hier läuft nix rund – das müssen wir besprechen, wir brauchen eine Kinderkonferenz!“ Stimmt! Endlich sagte es einer. Los ging es. 

Aus einer Kinderkonferenz werden mehrere

Kinderkonferenz 1. Die  Problemanalyse

Frage in die Runde: In der ersten Kinderkonferenz haben wir zunächst einmal die Kinder gefragt, was genau nicht „rund“ läuft. Die Antworten begeistern mich, denn sie zeigen mal wieder, dass unsere Waldschrate sehr genau beobachten und mitdenken. Ihnen ist wie immer mehr aufgefallen, als mir selber. 

Hier die Antworten der Kinderexperten: 

    • Handtuchdienst:  Kinder, die den Dienst haben, sind nicht da. Die Schlauen Füchse (5-6 Jährige) müssen immer einspringen, das ist unfair und kommt zu oft vor. Es kommt zu Wartezeiten, die den Ablauf stören, weil die Eichhörnchen (4-5 Jährige) überfordert sind. 
    • Wasserdienst: Es wird dort viel in der Schlange vorgedrängelt und auch gerauft, was den Ablauf stört. Das Dosieren von Wasser klappt nicht. Entweder zu viel oder zu wenig. Die Schlauen Füchse sind auch hier immer im Einsatz.
    • Basisdienst der Schlauen Füchse: Immer die gleichen arbeiten. Meistens die Jungs. Das ist ungerecht. Die Geschwindigkeit einzelner passt nicht zur Teamgeschwindigkeit. 
    • Helferdienst: Der Helferdienst kommt oft zu spät oder wird von andren Diensten blockiert. 
    • Brückendienst und Werkbankdienst: Laufen recht gut. 
    • Die Hausaufgaben der Vorschulkinder werden nicht pünktlich abgegeben. 

Frage in die Runde: Was glaubt ihr sind die Ursachen hierfür?

Hier die Antworten der Kinderexperten: 

  • keine Lust
  • Dienste werden nicht ernst genommen
  • Eichhörnchen sind zu klein für die ihnen zugeteilten Dienste

Gemeinsame Analyse: Hauptthemen sind Disziplin und Zuordnung der Dienste

Beschluss für heute: 

  • weitere Konferenzen zu den Themen: Wie ernst ist der Kindergarten und
  • heute machen alle Mädchen Dienst, die Jungs haben frei

Kinderkonferenz 2: Warum sollte ich mich einbringen?

Fragen in die Runde: Ist Kindergarten nur zum Spaß da? Oder gibt es auch Dinge, die man „ernst“ nehmen sollte? Warum gehen Kinder eigentlich in den Kindergarten?

Hier die Antworten der Kinderexperten: 

  • Man, geht in den Kindergarten, damit man etwas lernt
  • Man trifft da Freunde. So viele hat man ja zu Hause nicht.
  • Man trifft da auch Kinder, die man nicht mag. Aber man kann auch von denen was lernen
  • Man kann zu jeder Zeit mit einem Spielen
  • Zu Hause ist es langweilig
  • Man kann Konzentration üben
  • Man kann Streiten lernen
  • Kinder gehen in den Kindergarten, damit sie zu Hause nicht nerven

 

Gemeinsame Analyse: Der Kindergarten ist auch eine ernste Sache. Die dauert drei Jahre und das ist ganz schön lang. Man kann sich nicht aussuchen wer sonst noch so da ist. So wie später in der Schule und in der Arbeit auch. Die Familie konnte man sich ja auch nicht aussuchen. Es wäre also gut, wenn man es schafft, in dieser Zeit gut miteinander zu leben, zu spielen, zu lernen aber auch seinen Pflichten wie zum Beispiel den Diensten nachzukommen.

 

Kinderkonferenz 3: Wie können die Dienste besser organisiert werden?

Frage in die Runde: Wie können wir die Dienste besser verteilen und handhaben? 

Hier die Vorschläge der Kinderexperten: 

  • Die Dienste werden besser verteilt, so das keiner mehr überfordert ist
  • Die Eichhörnchen organisieren sich auch im Team, dann macht es nichts aus, wenn einer fehlt 
  • Iris achtet darauf, dass die Mädchen mehr Anteil an der Arbeit haben
  • Der Brückendienst für die Haselmäuse bleibt, wie er ist
  • Wir brauchen dann einen Namen für den neuen Teamdienst

Beschlüsse: 

  • Die Eichhörnchen übernehmen den Basisdienst, da dieser einfacher zu bewerkstelligen ist und keine „Staus“ verursacht. (Lesebank, Leitungsbank, Werkbank, Hundeplatz)
  • Die Schlauen Füchse erhalten einen neuen Teamdienst, der alle bisherigen Eichhörnchendienste umfasst (Wasser, Handtuch, Besteck, Helferdienst). Hierfür wurden zwei Namen vorgeschlagen: Vier-Säulen-Dienst oder Top-Jobs. Es wurde mit 10x für Top Jobs, 3x Enthaltungen und 8x Vier-Säulen-Dienst für Top Jobs gestimmt. 
  • Mädchen sollen sich anstrengen, sonst bekommen die Jungs ab und zu freie Tage

Im Waldkindergarten Grünthal läuft es wieder rund

Das war harte Arbeit. Für die Waldschrate und für uns. Aber es hat sich gelohnt, denn das neue System funktioniert und wird von den Kinder getragen. Ich bin immer wieder begeistert, wie Kinder es mit wenig Anleitung in Rahmen, Struktur und den richtigen Fragen ihre Probleme des Zusammenlebens eigenständig lösen. 

Hast du noch Fragen zum Organisieren von Kinderkonferenzen oder zum Thema Partizipation im Kindergarten, schreibe mir einfach einen Kommentar. Ich antworte gerne. 

 

Dein Waldschrat 

Iris

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

selbst gemachtes Müsli Muttertag Vatertag

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Selbst gemachtes Müsli zum Vatertag und Muttertag im Waldkindergarten Grünthal

Unsere Waldkindergartenkinder sind unermüdlich, jedes Jahr aufs Neue, ihren Vätern und Müttern eine Freude zu machen. Etwas selbst Gemachtes, was wir können und etwas, das schmeckt. Jetzt kam es so: Unsere Eichhörnchen (4-5) arbeiten gerade hart an ihrem Koch-Führerschein. Hier stand die praktische Prüfung an. Also machten wir two in one daraus: Koch-Führerscheinprüfung und Geschenk zugleich. Das weltweit beste selbst gemachte Müsli. 


Welche Zutaten braucht man für das weltweit beste Müsli?

200 g   Haferflocken

50 g     Sonnenblumenkerne

100 g  Rosinen

50 g     Mandelstifte

50 g     Kokosraspel 

3 El     Honig

3 El     Kokos- oder Sonnenblumenöl

Müsli selber machen ist für unsere Waldschrate ein Klacks

In unserer Waldküche haben die Waldkindergartenkinder das Öl und den Honig stark erhitzt, so dass es richtig brodelt. Dann wurden zuerst die Mandelstifte und die Sonnenblumenkerne hinein gegeben. Diese Mischung sollte in einer Pfanne sehr heiß für einige Minuten brutzeln. Wenn es duftet wie auf der Dult, liegst du richtig. Im Anschluss daran werden Haferflocken und Kokosraspel hinzu gegeben. Unter ständigem Rühren wird die Masse solange erhitzt bis alle Flüssigkeit eingesaugt wurde und die Flocken einen Hauch brauner geworden sind. Danach die Rosinen einfüllen und noch zwei Minuten weiter umrühren. Das Müsli vom Herd nehmen und abkühlen lassen. 

Die nachhaltige Verpackung für unser Müsli zum Muttertag und Vatertag

In unserem Waldkindergarten lege ich Wert auf Verpackungsmaterialien, die günstig, sinnvoll, gestaltbar und nachhaltig sind. In diesem Fall ganz einfache Butterbrottüten. Geschenkpapier ist bei uns ein No-Go.  Die Eichhörnchen hatten nach dem Kochen eine schwierige Aufgabe zu stemmen: das selbst gemachte Müsli abwiegen, in das Tütchen einfüllen und es zubinden. Sie haben natürlich alle die Kochprüfung bestanden. Herzlichen Glückwunsch! Dazu gehörte auch: die Warenkunde, die Hygieneregeln, die Sicherheitsregeln, die Verkostung der Zutaten, das Abwiegen und Verpacken.Puh. 

Worauf wir beim Muttertag und Vatertag achten

Wir nehmen in jedem Jahr ein Gedicht, das sich sowohl für Väter als auch für Mütter eignet, durch kleine Änderungen. So auch in diesem Jahr. Wir denken, dass es wichtig ist den Kindern die gleichermaßen wertschätzende Bedeutung von Vater und Mutter zu vermitteln. Wir machen deshalb in jedem Jahr für beide Elternteile nur kleine Nuancen der Abwandlung im Gedicht. Das Geschenk ist gleich. Die Kinder lernen so etwas herzustellen, was beiden Elternteilen gefällt (also keine geschlechterstereotypen Geschenke). Sie machen selber auch keine Gewichtung von Vater und Mutter, indem sie nichts unterschiedliches (mehr, weniger, größer, kleiner, länger, kürzer) herstellen.

Alle Kinder haben Anteil am Geschenk für ihren Vater und ihre Mutter

Eine Woche lang haben alle Waldkindergartenkinder mit viel Fleiß das Gedicht auswendig gelernt und sich dazu tolle Gesten einfallen lassen. Das Gedicht wurde auf Papier von uns ausgedruckt. Alle Kinder haben ihre Papierkarte individuell bemalt, zusammengerollt und an das Müslitütchen festgebunden. Jetzt kann der Muttertag und Vatertag kommen. 

(zum Vatertag einfach Muttertag und Papa austauschen gegen Vatertag und Mama)

Zum Muttertag, zum Muttertag

sag ich dir, dass ich dich mag.

 

Es duftet nach Flieder und frischem Gras,

und immer wieder verrat ich dir das:

 

Zum Muttertag, zum Muttertag

sag ich dir, dass ich dich mag.

 

Die Blume braucht Wasser,

der Baum der braucht das Licht,

der Mensch, der braucht Menschen

sonst freut es ihn nicht.

 

Zum Muttertag, zum Muttertag

sag ich dir, dass ich dich brauch

und den Papa auch!

 

Dein Waldschrat Iris

PS. Das Müsli schmeckt mit Milch oder Joghurt am besten

 

 

 

 

 

 

Feuerwehr Grünthal Waldkindergarten

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Tatütata die Feuerwehr Grünthal war für uns da

Keine Sorge, nicht weil es gebrannt hat, sondern weil unsere Waldkinder darauf brennen echte Feuerwehrmänner kennen zu lernen. Mal abgesehen davon, dass die hälfte unserer Jungs sowieso Feuerwehrmann werden will und einige Mädchen liebäugeln inzwischen mit dem Leben rettenden Ehrenamt. Ein Besuch bei der Feuerwehr ist jedenfalls ein „Must Have“ für einen Waldkindergarten. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Also ab zur Feuerwehr Grünthal. Und das war so…


Das Feuerwehrlied zur Begrüßung für Matthias, Thomas und Basti

Natürlich hatten sich unsere Waldschrate gut auf den Besuch bei der Feuerwehr Grünthal vorbereitet. Eine Woche: rotes Feuerwehressen (Linsencurry, Tomatensuppe, Erdbeeren, Feuersalamipizza), Bücher lesen, Bilder malen  und brennende Tischsprüche dichten. Aber auch ein Feuerwehrlied musste her. 

Die Feuerwehr, die Feuerwehr,
die eilet immer schnell daher.
Tatütata, tatütata, tatü, tatü, tata.

Die Leiter rauf, den Schlauch heraus
und aus ist´s mit dem Brand im Haus.
Tatütata, tatütata, tatü, tatü, tata.

Bevor das Feuer wütend zischt,
wird es vom Löschschlauch kalt erwischt.
Tatütata, tatütata, tatü, tatü, tata.

Ist auch der Keller überschwemmt,
wird schnell das Wasser eingedämmt.
Tatütata, tatütata, tatü, tatü, tata.

Sitzt hoch im Baum dein kleines Tier
die Feuerwehr, die holt es dir.
Tatütata, tatütata, tatü, tatü, tata.

Die 112, die merke dir,
so kommt die Feuerwehr zu dir.
Tatütata, tatütata, tatü, tatü, tata.

 

Feuerwehrhauptmann Matthias weiß Bescheid und beantwortet geduldig alle Fragen

Und Fragen hatten die Kinder viele. Fragen, Fragen, Fragen. Und sogar mir sind noch welche eingefallen. Feuerwehrhauptmann Matthias konnte sie alle beantworten. Ziemlich geduldig dieser Mensch und auch Basti und Thomas bewiesen Durchhaltevermögen. Das Feuerwehrauto durften die Kinder nicht nur von außen sehen, sondern auch einsteigen und dort mit einer Wärmebildkamera alles genau anschauen. Auch die Körpertemperatur der Menschen kann man damit messen. Wie gut, dass wir an dem Tag alle fieberfrei waren. 

 

Spreizer, Leiter, Hydrant und Atemmaske. Jetzt kennen wir uns aus

Wusstet ihr schon? Mit einer Atemmaske kann ein Feuerwehrmann bei vollem Körpereinsatz 30 Minuten in einem brennenden Haus arbeiten. Er hat einen Alarmpiepser wenn er umfällt und wird dann schnell gefunden. Mit dem Spreizer birgt man Verletzte aus ihren Auto. Eine sehr große starke Zange mit der man wahrscheinlich Dinozähne ziehen könnte. Aber wo kommt das Wasser her wenn man es zum löschen braucht? Aus dem Kühdranten? Oder wie war das Wort noch gleich? Unsere Nachwuchsfeuerwehrleute erfuhren schnell: Hydrant heißt das Ding und dann konnten sie es auch gleich selber testen. 

 

 

Ein Ehrenamt ab zwölf bei der Feuerwehr Grünthal

Und worauf alle gewartet hatten? Das Blaulicht. In laut und echt. Und unsere Waldkindergartenkinder wurden nicht enttäuscht. Thomas lies es für einige Sekunden aufheulen. Beeindruckend für die Kinder und auch für uns. Wenn man bedenkt wie wichtig dieses Geräusch doch ist, damit die Feuerwehr Grünthal schnell an den Ort kommt, an dem es um Rettung und Bergung geht. Und das ist wichtig, da sind sich die Kinder einig. Eine brennende Frage ergab sich daraus: Ab wie viel Jahren kann man denn überhaupt zur Feuerwehr? Unsere Waldkindergarten Kinder erfuhren: Schon mit 12 Jahren kann man hier in Grünthal zur freiwilligen Feuerwehr. Soooo lange ist das ja dann gar nicht mehr.

Ab zum Spielplatz und Brotzeit machen

Nach so vielen Informationen und Tatütata konnten unsere Waldkindergartenkinder auf dem Spielplatz noch eine Runde toben und selbstverständlich Feuerwehr hin, her vor und zurück nachspielen. Bei einer tollen Brotzeit haben wir den Tag ausklingen lassen. 

Herzlichen Dank

Der Feuerwehr Grünthal, dem Hauptmann Matthias sowie Thomas und Basti: Ihr habt das super gemacht und die Kinder schwer beeindruckt. Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für unseren Waldkindergarten genommen habt. PS. Euer Nachwuchs ist sicher!

Christian und Sonja: Für die Hilfe bei der Organisation und die tolle Brotzeit

Dein Waldschrat Iris

 

 

 

Auf dem Foto sieht man zwei Mädchen draußen auf einer Wiese,. Sie pusten Löwenzahnsamen, die hoch in die Luft fliegen

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Waldkindergarten Grünthal sucht Waldschrat – Wir haben einen Platz frei

Mein rechter rechter Platz ist frei. Ich wünsche mir einen Waldschrat zwischen 3 und 6 Jahren herbei. Der Waldkindergarten Grünthal hat noch einen Platz für einen kleinen Waldschrat aus dem Raum Regensburg zu vergeben. 


Ich kann ein weiteres Kind in unsere tolle Gruppe aufnehmen. Es sind uns alle Kinder willkommen, auch Kinder mit besonderem Förderbedarf. Alles Wichtige über den Waldkindergarten findest du in der Konzeption unter www.waldkindergarten-gruenthal.de

Kontakt: info@waldkindergarten-gruenthal.de

 

Dein Waldschrat 

Iris 

 

 

 

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Biberforschung im Waldkindergarten

In meinem Waldkindergarten gehen wir regelmäßig Wandern. Unser großes Glück: Wir wohnen Tür an Tür mit zwei Biberfamilien. Da ist es ein leichtes das Forscherherz der Kinder für das Thema Biber zu entfachen. 

 


Warum brechen dem Biber die Zähne beim Baum fällen nicht ab?

So die Frage vieler Kinder nach der Biberwanderung. Wenn wir mit unseren Zähnen Bäume fällen, brechen die doch ab oder? Wie macht der das? Das Forscherherz der Kinder war geweckt und das sind natürlich die Momente, in denen das Pädagogenherz hüpft. Also nix wie hin in meinen großen Keller und in der Rubrik naturwissenschaftliche Bildung wühlen. Am nächsten Tag bin ich einem Biberschädel, einem Biberfell, einem Fundstück mit Nagespuren und sämtlichen Büchern angerückt. Unsere Waldkindergartenkinder haben damit die ganze Woche Biberforschung betrieben.

Darum müssen Biber keine Zähne putzen. Wie unfair

Biber haben nämlich ständig nachwachsende Zähne mit einem absolut eisenharten Zahnschmelz. Die Kinder konnten den mitgebrachten Schädel untersuchen und die nachwachsenden Zähne herausziehen. Schwer beeindruckt von der Länge der Zähne und dem orangefarbenen Zahnschmelz diskutierten sie wieso denn bisher kein Mensch herausgefunden habe, wie sowas funktioniert. Zitat: „Also ich werde Wissenschaftler und erfinde so eine Zahncreme. Dann braucht man ja höchstens einmal im Jahr die Zähne putzen. Ich nenne die dann Biberzahncreme. Nur orange kann die nicht sein. Das sieht ja blöd aus“.

Wie ist der denn hier ums Leben gekommen? Warum bringt man die um?

Während der Forschung in der Kleingruppe fragten sich die Kinder natürlich, wie kommt die Iris an so ein Fell und einen Schädel. Gegenfrage: „Was denkt ihr denn?“. Antworten: „Der war schon sehr alt und ist gestorben“, „der ist zusammen gefahren worden“, „der wurde erschossen und gegessen“, „jemand hat gefroren und ihn wegen dem Fell umgebracht“, „der ist bei dem Kampf um sein Revier ums Leben gekommen“. Ich brauchte nichts mehr hinzuzufügen alles stimmt. Man muss nur die Kinder fragen.

„Ich würde mir aus dem Biber ein Kopfkissen machen, ist so schön weich.“

Die Kinder waren fasziniert von dem weichen Fell. „Fast so weich wie das von der Brunhilde. Aber nur fast“. Die haptische Begegnung mit dem Fell haben die Kinder sehr genossen. Einige haben es sich nicht nehmen lassen das Fell mit dem Gesicht zu ergründen. Die Augen wurden gesucht, die Ohren inspiziert und der Schädel unter das Fell gelegt, um zu sehen wie der Biber wohl ungefähr ausgesehen hat. Sternstunden für mich. Kinder sind Forscher und wenn man sie lässt und die Antworten nicht gleich raus haut, dann gehen sie jeder Sache auf den Grund. Sie machen sich die Welt zu eigen. Das ist mehr als bloßer Wissenserwerb. Und wenn man, so wie ich jeden Tag dabei sein darf, verändert man sich mit den kleinen Forschern mit. Ich weiß jetzt „Die Welt braucht Biberzahncreme“. Da hätte ja eigentlich längst ein Erwachsener drauf kommen können.

Dein Waldschrat Iris

 

Eine tolle Bibergeschichte , die sehr ans Herz geht. 

 

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Biberwanderung. Man sieht Kinder, die um einen von einem Biber gefällten Baum sitzen und staunen.

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Unsere Biberwanderung

Das Wandern ist des Waldschrats Lust

Das Wandern ist für unsere Gruppe ein wichtiger Bestandteil des Walderlebens. Wir erforschen unsere Wege zu allen Jahreszeiten, Jahr um Jahr. Die Kinder sind stolz darauf sich im Wald auszukennen, die Wege zu finden, lange Strecken laufen zu können und den Wald so gut zu kennen, dass die kleinen und großen Veränderungen auffallen. So auch heute. Unsere Route zum „grünen Platz“ führt an einem Biotop vorbei. Höchst persönlich errichtet von unserem Freund, dem Biber. Der erste Besuch unsererseits in diesem Jahr. Aber:

Wo ist unser Biber hin?

Als wir an seinen Bau herantraten machte dieser einen ungepflegten und verlassenen Eindruck. Unser Biber würde niemals in so einer „Bruchbude“ wohnen. Wir machte uns auf die Suche. Wilde Spekulationen über ein mögliches Ableben, einen Unfall oder eine Auswanderung machten die Runde. Auf dem Weg entlang des Bibersees haben wir dann frische Biber-Sägespäne und einen umgelegten Baum entdeckt. Puh. Erleichtert. Hier tut sich etwas. Auch einige picobello restaurierte Lehmdämme konnten wir zählen. Es muss ihn also geben. Aber wo?

Die Entdeckung

Wir wanderten und wanderten und entdeckten ganz am Ende der „Biberseenplatte“ einen neuen Abschnitt. Sehr sorgfältig hatte er ein neues Stück Wald angestaut und es sich dort in einer neuen Biberburg gemütlich gemacht. Top ordentlich und gepflegt, sowie es seiner Biberfrau (Biber leben nämlich monogam) sicher gefällt. Wir sind uns absolut sicher: Im Mai wird es Nachwuchs geben. Darauf sind wir gespannt.

Der grüne Platz und das Picknick

Um 12.oo Uhr sind wir dann an unserem grünen Platz angekommen. Dort wurde kurzer Hand in Eigenregie ein Biberbau nachgebaut. Wald-Ingenieure sind hungrig und deshalb haben sie das komplette Picknick dann auch weggeputzt. Obwohl der Wanderweg einige Steilhänge hatte, haben alle Kinder den Rückweg gut geschafft und konnten die Zeit noch mit ratschen genießen. Einige fanden auf die schnelle noch ein paar Dinospuren, andere einen Berg Federn und wieder andere packten sich die Hosentaschen voll mit Biber-Sägespänen.

Ein wirklich toller Frühlingstag

Eine tolle Bibergeschichte -last minute Ostergschenk- , die sehr ans Herz geht

 

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Kinderkonferenzen – Kinder als kompetente Problemlöser – mehr davon! Beispiel zum Thema Süßigkeiten

Anlass für die Kinderkonferenz

Viele neue Kinder konnten die einstmals von den Kindern festgelegten Regeln zum Thema Süßigkeiten nicht nachvollziehen, da sie am Entscheidungsprozess keinen Anteil hatten und die meisten Entscheidungsträger längst in die Schule gehen.

Vor der Umsetzung beschäftigten wir uns in einigen Morgenkreisen mit dem Thema Süßigkeiten und Zucker. Ich frage die Kinder, was sie über das Thema wissen.

 

Freies Erzählen über Süßigkeiten – eine Zusammenfassung

„Also ich finde es gut, dass wir keine Süßigkeiten mit in den Kindergarten bringen. Das sollte so bleiben. Das ist gerecht für alle.“

„Süßigkeiten sind lecker. Das sind Gummibärchen und Schokolade.“

„Genau, und die vielen Geburtstagskuchen“.

„Wenn ich viel davon esse, bin ich ganz zappelig.“

„Meine Milchzähne schmilzen davon.“

„Meine Zähne werden davon ganz dünn.“

„Meine neuen Zähne fallen dann raus.“

„Wenn man zu viel davon isst kann man sich ja überhaupt nicht mehr konzentrieren.“

„Wenn ich Durchfall habe und dann noch Zucker esse, wird alles noch sehr viel schlimmer.“

„Ich kann mich mit so viel Zucker gar nicht ruhig halten.“

„Ich glaube, dann ziehen Karius und Baktus bei mir ein.“

„Es gibt bessere Energie für den Körper.“

„Ich esse gerne Süßigkeiten.“

 

Frage an die Gruppe: Habt ihr Ideen, wie wir den Umgang mit Süßigkeiten im Waldkindergarten regeln sollten?

„Keine Süßigkeiten mit in den Kindergarten bringen (alle stimmen sofort zu).“

„Gesündere Sachen, irgendwie ohne Zucker, zum Geburtstag mitbringen“

„Nicht so oft und so süßen Nachtisch im Waldkindergarten.“

„Ich kann doch Smoothies mitbringen, wenn ich Geburtstag habe.“

„Die Eltern können noch tolle Rezepte machen. Ohne Zucker.“

 

Wir sammeln die Beiträge und die Kinder diskutieren, bis sie zwei Modelle entwickelt haben, die in einer Geheimwahl zur Abstimmung stehen.

Modell 1 Bildsymbol Apfel: Wir bringen zu unseren Geburtstagen nur tolle Sachen mit. Keinen Kuchen mehr. Obstsalat, Joghurt, Nüsse, Smoothies und so. In der Woche gibt es nicht immer Nachtisch und wenn doch dann ohne Zucker.

Modell 2 Bildsymbol Kuchen und Süßes: Wir bringen zum Geburtstag gar nichts mit und Iris macht 1x in der Woche einen süßen Nachtisch mit Zucker, an den andren Tagen gibt es Obst.

In der Geheimwahl (die Kinder zählen selber aus) gewinnt Modell 1 mit 11 zu 10 Stimmen. Das Personal durfte mit wählen.

 

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Öffentlichkeitsarbeit- Das Charivari Frühstücksradio zu Besuch im Waldkindergarten

Die Öffentlichkeit hat Interesse an Waldkindergärten

Der positive Kontakt mit der Öffentlichkeit ist eine wichtige Aufgabe für Waldkindergärten.

Wir hatten das Glück, das Team von Charivari bei uns im Waldkindergarten empfangen und begeistern  zu dürfen. Neben einem Artikel, den ihr hier findet, ist dabei auch ein toller Beitrag im Radio entstanden.

Wir bedanken uns für den Besuch!

 

Waldkindergarten Grünthal, Kinderkonferenz, Partizipation im Kindergarten, Du siehst Kinder in einem Kreis im Wald sitzen
Partizipation im Waldkindergarten Grünthal – Ein Praxisbeispiel
selbst gemachtes Müsli Muttertag Vatertag
Selbst gemachtes Müsli zum Vatertag und Muttertag im Waldkindergarten Grünthal
Feuerwehr Grünthal Waldkindergarten
Tatütata die Feuerwehr Grünthal war für uns da
Auf dem Foto sieht man zwei Mädchen draußen auf einer Wiese,. Sie pusten Löwenzahnsamen, die hoch in die Luft fliegen
Waldkindergarten Grünthal sucht Waldschrat – Wir haben einen Platz frei
Biberforschung im Waldkindergarten
Biberwanderung. Man sieht Kinder, die um einen von einem Biber gefällten Baum sitzen und staunen.
Unsere Biberwanderung
Du siehst das Logo vom Waldkindergarten Grünthal mit einem braunen Herz und einem blauen kleinen Vogel
Unser neues Logo für den Waldkindergarten Grünthal
Kinderkonferenzen – Kinder als kompetente Problemlöser – mehr davon! Beispiel zum Thema Süßigkeiten
Öffentlichkeitsarbeit- Das Charivari Frühstücksradio zu Besuch im Waldkindergarten