Wichtiges Waldwissen für Waldeltern

Wer sein Kind in den Wald schickt, muss vorher Hausaufgaben machen

Tatsächlich braucht man eine Menge Waldwissen wenn man die drei Jahre des Kindergartens unbeschadet überstehen möchte.
Man sollte den Wald und seine Bewohner wenigstens ein Stück weit kennen, damit man weiß mit wem man es zu tun hat.
Denn der Wald ist nicht nur Abenteuer, es gibt viel zu beachten.

Zecken und anderes Krabbelgetier

Der erste Gedanke an Wald, ist unweigerlich mit dem an Zecken verbunden.
Diese gefährlichen Spinnentierchen lauern überall und zwar in der Überzahl.
Man muss sie genau kennen, um zum einen Zeckenbisse zu vermeiden und zum anderen die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können sollte es doch passieren.
Auch Erdwespennester, Wildschwein Begegnungen und Hinterlassenschaften von Menschen, sind eine Gefahr im Wald die wir dort häufig antreffen.

Wir informieren dich

Wir räumen auf mit Mythen und Gerüchten und reden Klartext mit dir.
Alles was du als Mama eines Waldkindergartenkindes über den Wald, seine Vorzüge und Nachteile wissen musst, erfährst du hier!

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Der Tag, an dem dein Kind in die Wildnis geht oder die Eingewöhnung

Was ist das Besondere an der Eingewöhnung in den Waldkindergarten?

Du hast dich entschieden. Es ist soweit. In deinem Kopf existieren Bilder von deinem glücklichen Kind, das mit seinem besten Kumpel tobend durch den sonnendurchfluteten Wald hüpft. An deinem inneren Auge ziehen Bilder vorbei. Sie zeigen dir lachende, mit Matsch beschmierte Gesichter, geflochtene Gänseblümchenkränze im lockigen Haar kleiner Waldfeen, abenteuerliche Lagerfeuer und hübsche Mandalas aus Mais, Blättern und Kastanien im Herbst. Soweit so gut. Du hast mit deinem Kind im Waldkindergarten hospitiert, um die Eingewöhnung vorzubereiten. Es liegt schon die erste Woche Eingewöhnung hinter dir und es fühlt sich jetzt aber irgendwie ganz anders an, als die Bilder in deinem Kopfkino?


Der Unterschied zwischen Naturbegeisterung und Pflichtveranstaltung

Du warst mit deinem Kind doch ganz oft draußen? Dein Kind ist doch den Wald gewöhnt? Jetzt geht dein Kind jeden Tag in den Wald. Jeden Tag von 7.30 Uhr bis 13.45 Uhr. Nicht wenn du Lust hast, nicht wenn das Wetter passt, nicht die Strecke, die du magst und mit Erwachsenen, die dein Kind nicht kennt. Dein Kind ist jetzt zudem noch einer von Vielen. Bisher war dein Kind ein kleiner Superstar, der auf den Arm genommen wurde, wenn er nicht mehr laufen wollte, dem das Laufrad mitgeschleppt und dem bei laufender Nase ein persönlicher Tempotaschentuchservice ans Bein geheftet wurde.  Es hatte viel frische Luft, aber nicht soviel frische Luft. Die Erfahrungen, die du und dein Kind jetzt gerade machen, entsprechen nicht den Freizeiterfahrungen, die ihr gemeinsam im Wald gemacht habt. Früher konntest du mit deinem Kind in den Wald, jetzt „muss“ dein Kind jeden Tag in den Wald. Ein Wald, in dem es auch regnet, in dem man seine „Geschäfte“ erledigen muss, in dem einem keiner den Rucksack trägt und ein Wald, in dem man sich überhaupt nicht auskennt. 

Was kannst du für dein Kind tun?

Lasse los von unrealistischen und möglicherweise hinderlichen Bildern über das Leben im Wald. Öffne dich für das was kommt. Vielleicht ist es sogar besser als deine Bilder. Mache dir klar, dass diese Phase in eurem Leben Zeit braucht. Ein Kind darf, mit diesen großen Schritten in eine neue Welt, stolpern und viel Zeit brauchen. Erzieher sind dazu da deinem Kind die bestmögliche Unterstützung anzubieten. Probiere es mit Vertrauen und Optimismus.

Der Unterschied bei der Übergabe zwischen Hauskindergarten und Waldkindergarten 

Im Hauskindergarten gibt es eine Tür. Tür auf, Kind rein, Tür zu. Dein Kind ist abgelenkt, sieht dich nicht mehr, denn die Tür ist ja zu. Im Waldkindergarten gibst du dein Kind ab, unter luftigem Himmel. Es ist so schwer sich umzudrehen, nicht mehr zurückzublicken und womöglich hörst du dein Kind weinen. Dein Kind sieht dich weggehen. Dieser Abschied ist um einiges schwerer, für alle. Die Erzieher sind gefragt, diese Situation zu gestalten, die Eltern es durchzuhalten und die Kinder diese Art der Trennung zu schaffen. Und auch die Kinder, die schon eingewöhnt sind, stehen vor der Herausforderung, solche mitunter unangenehmen Szenen auszuhalten.

Was kannst du für dein Kind tun?

Mache ihm Mut: „Du schaffst das“. Trenne deine eigenen Schmerzen, von denen deines Kindes und gib den Erziehern die Chance deinem Kind zu helfen. In all den Fällen, die ich kenne, hören die allermeisten Kinder zeitnah mit dem Weinen auf, wenn die Eltern aus dem Blickfeld sind. Mache den Abschied immer gleich: Optimistisch, kurz und einfach. Ein ständiges Nachwinken, Nachknuddeln und Nachbusseln , weil du es brauchst, erschwert deinem Kind die Loslösung.

Der Unterschied in den Ängsten der Kinder während der Eingewöhnung

Die größte Angst aller Kinder in der Eingewöhnungzeit ist: Kommt mich jemand wieder abholen? Und zwar in allen Kindergärten. Im Waldkindergarten kommen elementare Sorgen hinzu. Ich versuche es einmal mit einer Geschichte für dich: Deine Firma steckt dich von heute auf morgen in einen Dschungel. Du kennst weder den Weg rein, noch raus, du kennst auch nicht deine Kollegen und du weißt auch nichts über den Anführer der Expedition und seine Kompetenzen. Sprich: Du machst dir große Sorgen, ob der Leiter den Weg überhaupt wieder herausfindet. Dir schnallt man einen Rucksack auf, den findest du jetzt erst mal schwer. Dir wurden alle vorgestellt, einen Namen konntest du dir vor Aufregung nicht merken. Ihr stromert durch die Gegend und du musst mal. Es kommen Geräusche aus dem Dschungel, die du nicht kennst. Du hast weder Laptop, Stofftier noch Handy dabei, sondern es gibt nur Wildnis um dich herum. 

Wie würdest du dich fühlen?

Wie lange brauchst du, um dem Expeditionsleiter zu vertrauen, dass er dich sicher durch und sicher aus dem Dschungel herausführt?

Frage dich doch mal, wie viel Zeit benötigst du, bis du dir Wege merkst?

Wie lange brauchst du, bist du den Rucksack locker flockig schleppst?

Wenn du in eine neue Gruppe kommst: Wie viele Tage oder Wochen brauchst du, bis du alle Namen kennst und dich sicher fühlst?

Wie lange brauchst du, bis du „freestyle“ Pipi machen kannst oder ohne Angst vor Schlangen, Spinnen und Monstern deinen Stinker ins Waldplumpsklo machst? Kinder, sind mit drei Jahren so gerade eben sauber, oder auch noch nicht. Die Welt der Toilette ist ohnehin noch ein Mysterium. Jemanden außer Mama und Papa fragen sowieso absolut unangenehm und dann noch im Wald? Das kann Kindern echt zu schaffen machen, auch bei der besten einfühlsamsten Erzieherin.

Was kannst du für dein Kind tun? 

Dein Kind darf in der ersten Zeit mit all diesen Ängsten zu tun haben. Erzieher sind dafür da, dass diese Eingwöhnungsprozesse verträglich und für dein Kind zumutbar verlaufen. Aber: Es geht manchmal nicht ohne Tränen oder Kummer. Es wäre wunderbar du könntest das akzeptieren. Unterstütze dein Kind positiv, indem du in der Zeit der Eingewöhnung Gelassenheit ausstrahlst und deine eigenen Ängste im Griff hast. Sprich mit den Erziehern, wenn du denkst, dein Kind sei unglücklich oder überfordert.

Der Unterschied in der Eingewöhnung zwischen Drinnen und Draußen

Es kommt außerdem die Anforderung des Waldes, denn Kinder werden ja für gewöhnlich im Herbst eingewöhnt, hinzu. Der kleine Körper muss sich also erst einmal an 6,5 Stunden Outdoor, fünf Tage in der Woche gewöhnen. Das ist nicht nur eine psychische Herausforderung, sondern auch ein physische. Da ich selber dort jeden Tag arbeite, weiß ich wie müde jeden Tag Wald macht. Zwar schön müde, aber müde. Der Körper hat im Winter eine ganze Menge Arbeit damit die Körpertemperatur aufrechtzuhalten. Und nicht vergessen. Dein Kind ist 6,5 Stunden am Stück unterwegs. Da braucht man Muckis und Ausdauer. Im Gegensatz zu Hauskindergartenkindern müssen Waldkindergartenkinder eine physische Eingewöhnung absolvieren. Und das mit drei Jahren. Hut ab.  

Was kannst du für dein Kind tun?

Dein Kind braucht eine richtig gute Waldschratausstattung. Es sollte weder frieren, noch nass werden, sowie gutes Schuhwerk tragen. Es braucht eine richtig gute Brotzeit, denn dein Kind braucht mehr Energie als ein Kind im Hauskindergarten. Gerade in der Eingewöhnungszeit braucht dein Kind ausreichend Pause und Erholung daheim. Auch wenn dir nachmittags nach Wald ist. Gönne deinem Kind gerade am Anfang Pausen vom Wald und körperlicher Herausforderung. 

 

Der Unterschied in der Anforderung an dein Kind im Waldkindergarten in der Eingewöhnungszeit

Die Loslösung von daheim in eine eigene Welt ist ohnehin eine ziemliche Herausforderung für dein Kind. Aber auch eine Chance, denn es kann sich in dieser Krise als selbstwirksam und kompetent erleben. Nach dem Motto: es war ganz schön schwer, aber ich habe es geschafft. Geschafft haben bedeutet nicht: Ohne Tränen, ohne Stolpersteine, glatter Durchmarsch. Mit geschafft haben ist gemeint, dass dein Kind auch die für ihn auf den ersten Blick unangenehmen Dinge des Lebens nachhaltig meistert. Im Hauskindergarten gibt es viele Möglichkeiten, die Eingewöhnungszeit mit sehr viel Ablenkung, zum Beispiel durch Spielzeug zu mildern. In Waldkindergarten gibt es kein Spielzeug. Da gibt es Wildnis und Menschen. Dein Kind muss sich von Anfang an in sozialer Kompetenz anstrengen. Das kann mitunter ganz schön anstrengend sein. Vor allem Kinder, die von zu Hause viel Spielzeug gewöhnt sind, haben eine große Umstellung vor sich. Es gibt Kinder, die hiefür viel Zeit brauchen. Kinder, die in der sozialen Kompetenz Schwierigkeiten haben, können nicht auf Spielzeug ausweichen. Beides kann nicht nur in der Eingewöhnung, sondern auch noch darüber hinaus zu Problemen oder Chancen, je nach Sichtweise, führen. 

Was kannst du für dein Kind tun?

Einen Waldkindergarten suchen, der kompetente und den Kinder zugewandte Erzieher hat.  Gib deinem Kind die nötige Zeit und Unterstützung einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Ich glaube vielen Kindern würde es helfen, wenn Eltern es aushalten, dass nicht immer alles rund läuft und dem Kind insgesamt mehr zutrauen und damit auch mehr „zumuten“. Kinder lernen das Durchhalten von Eltern, die durchhalten. 

Und wofür alle die Mühen der Eingewöhnung?

Ich kann die von ganzem Herzen versprechen, dass sich die Eingewöhnung in den Wald lohnt. Denn der Wald ist einer der schönsten Orte, an denen dein Kind, Kind sein kann. Eines, dem seine Eltern etwas zutrauen. Ein Kind mit Lebensfreude, Durchhaltevermögen und hoher sozialer Kompetenz. Dein Kind, das nach der Kindergartenzeit noch viele Jahre in geschlossen Räumen vor sich hat.  Damit kann man nie spät genug anfangen. Und drei Jahre glückliche Kindheit im Wald sind besser als kein Jahr. 

 

Dein Waldschrat Iris 

 

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Fuchsbandwurm, Sicherheit für Waldkindergartenkinder, Sicherheit im Waldkindergarten Du siehst einen Fuchs

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Waldkindergartenkinder?

Lust auf Waldbeeren mit Fuchsbandwurm Topping?

Vor dem inneren Auge siehst du dein glückliches Kind mit einem Weidenkorb,weiß-rot-kariertes Deckchen innen liegend, durch den Wald spazieren. Kräuterkundig und mit den Genüssen des Waldes vertraut, trabt eine weise Pädagogin vorweg und die Horde fröhlicher Kinder sammelt fleißig unter sachkundiger Anleitung für das Mittagessen die Früchte des Waldes. Schwammerlgulasch mit Wildkräutern und Gänseblümchensalat steht auf dem Programm. Die Münder der Kinder sind blau verschmiert und die Augen voller Glück von der Süße der Waldbeeren, die sie  unterwegs verspeisen. Paradiesische Vorstellung für private Personen, ein No-Go im Waldkindergarten. Die Waldkindergartenkinder sind uns anvertraut. Deshalb geht Unversehrtheit vor Genuss. Denn: in Endemiegebieten ist der Fuchsbandwurm ein ernst zu nehmendes Thema.  Du erfährst hier, warum die Regel „Nichts aus dem Wald essen (was nicht von einem Erwachsenen freigegeben wurde)“ für dein Waldkind so wichtig ist.


Wanted: Der Fuchsbandwurm

Wie der Name schon sagt, ist der Fuchsbandwurm im Kot, des bei uns heimischen Rotfuchses zu finden. Er ist 2-4 mm lang und hat im Schnitt 5 Glieder. Er macht seine Entwicklung vorzugsweise in Zwischenwirten, wie zum Beispiel Mäusen, um dann aber in seinen Endwirt, den Fuchs zu gelangen. Diese beiden können dann einträchtig miteinander leben.  Der Fuchsbandwurm trägt ca. 200 bis 1.500 Eier in einem Säckchen mit sich herum. In der Maus reifen die Eier bis auf Finnenstatus heran, die geplagte Maus wird wegen der zunehmenden Organzerstörung schwach und ist leichte Beute für den Fuchs. Im Fuchs wachsen die Fuchsbandwürmer weiter. Es werden dann einzelne Glieder über den Fuchskot ausgeschieden, hier infiziert sich die Maus, usw. Oder es infiziert sich der Mensch. Dieser kann sich über die orale Aufnahme der Eier mit diesem Wurm infizieren. Sprich: Die Fuchsbandwurmeier müssen gegessen werden. Gelangt der Fuchsbandwurm in den Mensch, läuft es für beide nicht gut, denn der Mensch ist ein Fehlwirt und stirbt zwar langsam aber unbehandelt ganz sicher an seinem beherbergten Parasiten.

Wo lebt der Fuchsbandwurm?

Er lebt, da wo Füchse leben. Und die leben ja nicht nur im Wald, sondern inzwischen auch in Städten. Dennoch gibt es Gebiete, in denen Füchse häufiger als in anderen Regionen mit dem Fuchsbandwurm infiziert (angesteckt) sind. Diese Gebiete nennen sich Endemiegebiete, sprich eine geografische Regionen, in denen Krankheiten gehäuft auftreten. Am höchsten sind die Raten für die mit dem Fuchsbandwurm infizierten Tiere in Süddeutschland. Übrigens auch die Raten der gemeldeten Krankheitsfälle beim Menschen.

Wie steckt man sich an?

Indem man die Eier zu sich nimmt und das vermutlich mehrfach. Eine einmalige Aufnahme wird, so der Stand der Forschung, nicht ausreichen. Da die Nachkommenschaft sich im Fuchskot aufhält und der bekanntermaßen seinen Kot wahllos hinterlässt, kommt theoretisch alles in Betracht. Es gibt hierzu viele Studien, die aber leider keine eindeutigen Ergebnisse zu Tage fördern. Der Nachweis, über die Aufnahme durch im Wald wachsende kontaminierte Lebensmittel, ist nicht erbracht und es gibt in den durchgeführten Studien keinen Zusammenhang, aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Von Mensch zu Mensch ist eine Ansteckung nicht möglich. Eine Ansteckung vom Endwirt, also dem Fuchs oder manchmal auch Hund oder Katze, zum Menschen ist möglich. Dies erfolgt in erster Linie immer über die Aufnahme des Kots. Mit anderen Worten: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man sich über den Verzehr von Waldfrüchten infiziert. Wahrscheinlicher ist eine Infektion über

  • den direkten Kontakt zum Wirt und
  • den häufigen Kontakt mit Fuchsbandwurmeiern. 

Wie oft kommt eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm vor und wie merke ich das?

Die Infektion ist relativ selten, tritt aber in letzter Zeit zunehmend häufiger auf. Dem Robert Koch Institut werden im Durchschnitt 20 Erkrankungen im Jahr gemeldet. Insgesamt sind Menschen, die in der Forstwirtschaft arbeiten gefährdeter als andere. Die Inkubationszeit ist sehr lange, nämlich 10-15 Jahre. Die Erkrankung nennt sich dann alveoläre Echinokokkose und wir meist durch Zufall bei einer Routineuntersuchung anhand schlechter Leberwerte entdeckt, da die Einnistung des Fuchsbandwurms am häufigsten in der Leber erfolgt. Die allermeisten Fälle treten zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Ungefähr 20% der Menschen, die Fuchsbandwurmeier aufgenommen haben, erkranken auch daran. Der Mensch scheint also auch über eine gehörige Portion Immunabwehr gegen den ungebetenen Gast zu verfügen. Bei immunstabilen Kindern sind bisher keine Infektionen bekannt geworden. Nichts desto trotz ist eine Infektion im Kindesalter unbedingt zu vermeiden.

Angst, Furcht oder vernünftiger Umgang mit der Gefahr des Fuchsbandwurms?

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen sich im Wald aufhalten, sind 20 Menschen im Jahr verhältnismäßig überschaubar, wenn nicht gar verschwindend gering. Zumal die erkrankten Personen zumeist direkten und regelmäßigen Kontakt zu Wirten haben. Die meisten davon sind Jäger. Sie kommen mit den Eiern in Berührung, wenn sie einem getöteten Fuchs das Fell abziehen. Und auch gemessen an der Zahl der Jäger (im Jahr 2015/2016 waren es 381.821) in Deutschland oder der Anzahl der Hunde (geschätzte 8 Millionen) sind 20 Erkrankungen im Jahr keine Bedrohung, vor der man Angst haben sollte. Da sich Waldkindergartenkinder aber drei Jahre ihres Lebens im Wald aufhalten, möchte ich dennoch zu einem vernünftigen Umgang mit dem Thema motivieren, denn hier erhöht sich einfach die Wahrscheinlichkeit des vermehrten Kontaktes mit Fuchsbandwurmeiern. Insbesondere in Endemiegebieten. 

Vorsichtsmaßnahmen im Waldkindergarten

  • Nichts vom Waldboden essen, was nicht durch einen Erwachsenen frei gegeben wurde, ist eine der wichtigsten Sicherheitsregeln im Waldkindergarten. Neben dem Fuchsbandwurm gibt es noch viele gute Gründe mehr. Zum Beispiel giftige Pflanzen oder Pilze.
  • Nahrungsmittel aus dem Wald werden nur freigegeben, wenn sie weit außer Reichweite des Bodens wachsen Nahrungsmittel aus dem Wald werden nur frei gegeben, wenn diese gründlich gewaschen wurden.
  • Nur Erhitzen über 60 Grad, etwa beim Braten, Backen oder Einkochen (von Marmelade), vernichtet die Erreger. Bei der Zubereitung von Speisen aus dem Wald ist darauf zu achten.
  • In Endemiegebieten, wie Bayern, ist die Freigabe von Nahrungsmitteln aus dem Wald sparsam, sehr bedacht und nur wenn dies pädagogisch unabdingbar ist, zu erteilen.
  • Der Umgang mit Tierkadavern sollte grundsätzlich vermieden werden. Tote Mäuse z.B. sind Zwischenwirte! Hier ist es pädagogisch sinnvoller auf eine hoch feierliche Erdbestattung zu verzichten und an Stelle dessen den Kindern einen vernünftigen Umgang mit Tierkadavern (nicht anfassen) vorzuleben und zu erklären.
  • Arbeiten, wie bei uns im Waldkindergarten, Hunde mit, sind diese regelmäßig zu entwurmen.Gerade im Waldkindergarten ist die Beachtung der Hygieneregeln besonders wichtig, wie zum Beispiel das Ermöglichen von gründlichem Händewaschen vor jeder Mahlzeit.

 


Welche Gefahren gibt es für Waldkindergartenkinder?

Dieser Beitrag ist Teil 5 aus der Reihe Sicherheit für Waldkinder. Die anderen Blogbeiträge zu Gefahren im Wald findest du hier: 

♥Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum 

♥ Sonne und Ozon 

♥Insektenstiche 

♥Zecken

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Dein Waldschrat Iris 

 

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Bildnachweis Fuchs: https://pixabay.com/de/fuchs-tierwelt-wildtier-2424369/

 

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum – Sicherheit für Waldkinder Teil 4

Sicherheit für Waldkinder ist kein Spaß

„Früher sind wir ganz alleine im Wald gewesen nur, die Nachbarjungs und ich. Da ist nie etwas passiert, “ so oder so ähnliche Rückmeldungen bekomme ich, wenn das Thema Kinder im Wald angesprochen wird. Mag sein, dass Jupp nie etwas passiert ist und Susanne nie vom Baum gepurzelt ist. Auch ich habe meine Kindheit im Wald unbeschadet überstanden. Glück gehabt. Auf Glück möchte und darf ich es in meinem Waldkindergarten und auch bei meinen eigenen Kindern aber nicht ankommen lassen. Der Wald ist wie jeder andere vom Menschen benutzte Raum, eine Zone, in der es Regeln und Vorsichtsmaßnahmen geben muss. Aus meiner Sicht gibt es keinen Unterschied, ob du als private Person mit deinem Kind im Wald unterwegs bist oder mit deiner Gruppe im Waldkindergarten. Die Regeln und Maßnahmen für Waldkinder gelten für alle gleichermaßen.


Mit Waldkindern sprechen und Regeln vereinbaren

Damit der Wald für Kinder ein sicherer Erfahrungsraum wird und bleibt, ist es wichtig, dass alle Beteiligten den Wald nicht nur mit seinen Schönheiten, sondern auch mit seinen Risiken kennen. Sprich bitte mit deinem Kind oder den Waldkindergartenkindern. Sie sollten die Regeln in und auswendig kennen und du hast die Aufgabe sie konsequent, wirklich ausnahmslos, einzufordern. Im besten Fall bist du selber ein Vorbild und lebst die Regeln vor. 

Regel 1: Waldkinder dürfen nicht auf Hochstände klettern

In den meisten Wäldern Deutschlands wird gejagt. So findest du alle Nase lang einen Hochstand, in allen erdenklichen Ausführungen. Hochstände sind für Kinder ungefähr so verlockend, wie für dich eine Tüte Chips, ein Eisbecher oder dein Facebookaccount, der pling pling macht. Hoch attraktiv, dem ist kaum zu widerstehen und da musst du hin. Magische Hochstände nenne ich das. Und seien sie noch so baufällig. Waldkinder wollen da rauf. Egal ob im Waldkindergarten oder Waldkinder, die sich privat viel in der Natur aufhalten: Hochstände sind tabu. Auch für neugierige Erwachsene, die „nur mal nachschauen wollen, was man von da oben so siehst“. Der Hochstand eines Jägers ist ausschließlich für den Jäger zu nutzen. 

Regel 2: Waldkinder halten sich von Holzstößen fern

Holzstöße sind ebenso magisch. Die riechen so gut und sind doch eigentlich frei herumliegende Balancierstäbe. Gewissermaßen ein Wildnisspielplatz. Nein, sind sie nicht. Sie sind absolut gefährlich. Vom Abrutschen übers Einklemmen oder sogar unter Stämmen begraben zu werden, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, wenn man auf ihnen herumspaziert oder in unmittelbarer Nähe spielt. Ich sehe auf meinen Spaziergängen nicht nur Kinder auf Holzstößen spielen, sondern auch Jogger und Walker, die Dehnungsübungen machen, Hunde, die von ihren Haltern dort zum Balancieren heraufgeschickt werden und sogar eine schwangere Frau, die sich von einem Fotografen auf einem Holzstapel ablichten ließ. Mann oh Mann. Das ist gefährlich. Bitte nicht!

Regel 3: Waldkinder bleiben immer in Sicht- und Rufweite der Erzieher

Im Wald ist was los, denn er ist ja ein wirtschaftlich genutzter Raum. Wir begegnen regelmäßig Harvestern, Rückewagen, Bulldogs, Jägern und Förstern in ihren Fahrzeugen. Auch treffen wir auf solche, die im Wald eigentlich nichts zu suchen haben. Jugendliche auf Motorrädern, Autos, deren Fahrer ihre Hunde neben dem Fahrzeug spazieren führen, Quadfahrer, rasend schnelle Mountenbiker, und natürlich die Müllentsorger mit ihren Fahrzeugen. Der Wald ist befahrener, als man so denkt. Und Fahrzeuge haben immer eine hohe Anziehungskraft für Kinder. Haben sie erst einmal eins gesichtet, hören und sehen sie nichts anderes mehr und der Fahrer eines Rückwagens hört und siehst keine Kinder. In Ruf- und Sichtweite hast du eine Chance. Kinder sollten eindeutige Signale kennen, von denen sie wissen: „Jetzt muss ich alles stehen und liegen lassen und zurück“. Ich habe hierfür immer eine Glocke dabei. Privat sollte man die Kinder nur soweit laufen lassen, wie die Stimme und dein Blick und deine Zugriffschance durch schnelles Agieren reicht. In Sicht- und Rufweite zu bleiben, schützt im Übrigen auch vor allen anderen Gefahren, wie Verlaufen, die Gruppe verlieren oder die Begegnung mit Wildtieren und ist deshalb ein unbedingtes Muss. 

Regel 4: Waldkinder bleiben auf Wegen 

Wir sind Gäste im Wald. Und für Gäste sind aus gutem Grund Wege da. Die Wildtiere haben ein Recht auf Ungestörtheit und frisch gepflanzte Bäume ein Recht auf Schonung. Der Weg ist zunächst einmal der begrenzte Raum, der Waldgästen zur Verfügung steht. Wenn wir Expeditionen machen oder in die Schwammerln gehen, dann ist das Stromern durch den Wald an Bedingungen geknüpft. Die Gruppe muss dichter beieinander sein, der Aufsichtsberechtigte muss das Gebiet kennen und sicherstellen, dass dort derzeit weder gejagt noch Holzfäll- oder Rückearbeiten stattfinden. Mit den Kindern sollten die herkömmlichen Warnschilder des Waldes besprochen und die Aufenthaltsbereiche klar geregelt sein. 

Regel 5: Waldkinder melden Fundstücke und fassen selber nichts an

Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum hat noch mehr zu bieten. Tollwutköder für Füchse, Anfütterplätze für Wild, Drähte an Bäumen zum Schutz vor Rindenfraß oder Bibern, Nachtbildkameras oder Band- und Farbmarkierungen an Bäumen. Hier gilt: Nichts von alledem wird angefasst. Nicht nur weil es gefährlich ist, sondern auch der sinnvollen Bewirtschaftung des Waldes dient und nicht als Spielmaterial zur Verfügung steht. Dennoch sind die Dinge für Kinder interessant. Ich habe deshalb mit meinen Waldschraten vereinbart, dass sie mir interessante Funde melden. Dann kann ich mit ihnen darüber sprechen und spannende Geschichten erzählen. Was Bedeutet ein grünes X am Baum und was ein weißes Band, warum bekommen Füchse Tollwutimpfungen und wieso werden Wildschweine mit Salzlecksteinen und Mais vor Jägerstände gelockt? 

Welche Gefahren gibt es für Kinder im Wald?

Dieser Beitrag ist Teil 4 aus der Reihe Sicherheit für Waldkinder. Die anderen Blogbeiträge zu Gefahren im Wald findest du hier: 

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Waldkindergartenkinder?

♥ Sonne und Ozon 

♥Insektenstiche 

♥Zecken

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Dein Waldschrat Iris 

 

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Sonnenschutz für Kinder – Sicherheit für Waldkinder Teil 2

Der Sonnenschutz für Kinder ist wichtig, damit die Waldschrate den Sommer richtig genießen können

Ich bin als Kind unbedarft in der Sonne herumgehüpft ohne jeden Schutz und Gefahrenbewusstsein. Warum? Erstens habe ich nichts über die Gefahren der Sonne gewusst und meine Eltern wohl auch nicht, zweitens hat sich die Sonne und ihre Wirkung verändert, immerhin ist meine Kindheit ja schon eine ganze Weile her. Und drittens habe ich Lebenstilbedingt vieles intuitiv richtig gemacht. Für Kinder, die in den Waldkindergarten gehen oder für solche, die viel in der Natur sind, ist Sonnenschutz ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsfürsorge. Wer die Gefahr der Sonne nicht ernst nimmt, riskiert für sein Kind einen Sonnenbrand, einen Sonnenstich oder auch Dehydration. Sonnenschutz für Kinder ist weit mehr, als sie mit Sonnencreme mit Faktor 50, nach dem Motto je höher desto reiner das Gewissen, einzusalben.


Tipp 1: Den richtigen Sonnenhut für Kinder

Je kleiner dein Kind ist, desto mehr Fläche sollte der Hut vor Sonne schützen. Eine Kopfbedeckung ist im Wald ohnehin als Schutz vor Zecken oder Insekten Pflicht. Außerdem scheint die Sonne ja bekanntlich von oben. Der Kopf wird meines Wissens nicht von Sonnencreme bedeckt, obwohl hiermit sicher kreative Frisuren möglich sind. Direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf deines Kindes ist gefährlich. Es bleibt also nur ein Sonnenhut, Käppi oder Tuch: Ich mache es kurz: leichter Stoff, damit dein Kind möglichst wenig schwitzt. Ein Hut mit breitem Rand, ein zusätzlicher Schutz für den Nacken wäre top. Und Achtung: Bei dem Sonnenhut: bitte keine Kordeln mit Feststellern, Knoten oder Stoppern und auch keine mit mutmaßlichen Sicherheitsverschlüssen. Im Wald sind Kordeln wegen Erdrosselungs- oder Einschnürgefahr absolut tabu. Hat der Sonnenhut deines Kindes eine Kordel, schneide sie bitte ab. Eine gute Kopfbedeckung sitzt auch so. Hier meine Favoriten erhältlich bei Jako-o Sonnenschutz für Kinder:


 

Tipp 2: Die richtige Kleidung als Sonnenschutz für Kinder

Der Sommer im Waldkindergarten und auch mit deinem Waldkind privat sollte langärmelig stattfinden. Der beste Schutz gegen Sonne ist sie nicht an den Körper zu lassen. Langärmelige Kleidung hat ja zusätzlich noch den Vorteil, dass sie Insekten abhält und Schweiß aufsaugt. T-Shirts, kurze Hosen und Kleider gehören nicht in den Wald. Kennst du einen Förster, der im Wald je mit kurzen Hosen gesehen wurde? Einen Waldarbeiter? Einen Jäger? Nein? Genau, weil die schlau sind und Berufswaldler. Wir können von ihnen lernen. 

Tipp 3: Zur passenden Zeit am richtigen Ort

Im Waldkindergarten suchen wir zu Sonnenhochzeiten schattige Plätzchen auf. Wir machen keine großen Wanderungen mit den Waldkindergartenkindern und wenn wir planschen gehen, dann nicht in der prallen Mittagssonne und nur für kurze Zeit. Der beste Sonnenschutz für Kinder, ist sie in der Hochzeit der Sonne nicht an die Kinder heranzulassen. Gehe vormittags Schwimmen und mache mittags Pause oder gehe ab 16.00 Uhr Schwimmen, nachdem ihr vorher etwas außerhalb der Sonne gemacht habt. Es ist um diese Uhrzeit ohnehin schöner am Badesee, wenn die meisten noch nicht da oder schon weg sind. Schlaue Menschen in Südeuropa kämen niemals auf die Idee zur Mittagszeit durch die pralle Sonne zu rennen oder im Meer zu planschen. Wir sollten von ihnen lernen.

Tipp 4: Sonnenschutz für Kinder dem Hauttyp anpassen

Bitte wähle die richtige Sonnencreme aus. Hier ist weniger (ab Lichtschutzfaktor 15) manchmal mehr. Wenn du den Faktor 50 unbedingt brauchst, dann stimmt ja was mit den Punkten 1-3 nicht. Hast du dir schon einmal Sonnencreme für Kinder in die Augen geschmiert? Oder kennst du den Geschmack von Sonnencreme zur Brotzeit? Die Waldkindergartenkinder manchmal schon. Denn Eltern meinen es gut und cremen ihre Kind großflächig und allumfassend ein. Besonders im Gesicht. Jedes, und wirklich jedes Kind, reibt sich diese dann in die Augen. Und das ist sehr unangenehm. Bitte achte beim Eincremen darauf, die Augen großflächig auszusparen, gleiches gilt für den Mund.

Tipp 5: Ozon- und UV-Werte im Auge behalten

Der Sommer im Wald kann durch schlechte Ozonwerte für Kinder an manchen Tagen eine Belastung sein, wenn man körperlich anstrengende Tätigkeiten davon unbeeindruckt durchzieht. Ozonwerte von 180-239 ug/m³ sind für empfindliche Personen, also Kinder,  schwierig. Es sollte auf anstrengende Tätigkeiten im Freien verzichtet werden. Welche Ozonwerte taggleich für deine Region gelten und auch die aktuelle UV Belastung kannst du im hier nachlesen.

Tipp 6: Ein alter Hut, aber deswegen nicht weniger wichtig: ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen

Wir machen mit unseren Kindern Trinkpausen. Im Sommer klingeln wir regelmäßig die Waldkindergartenkinder zum Getränketisch oder auch unterwegs bei Wanderungen und achten darauf, dass jedes Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Gesteuerte Trinkpausen sind für Kinder zwischen drei und sechs Jahren enorm wichtig. Sie denken oftmals nicht von alleine daran und vergessen den Durst beim Spielen schnell. Unser Motivationsspruch: „Leere Flaschen, leichte Taschen.“ Bist du mit deinem Waldkind privat unterwegs, gilt das Gleiche. Warte nicht bis dein Kind Durst anmeldet, mache gezielte Trinkpausen.

Welche Gefahren gibt es für Kinder im Wald?

Dieser Beitrag ist Teil 2 aus der Reihe Sicherheit für Waldkinder. Die anderen Blogbeiträge zu Gefahren im Waldkindergarten findest du hier: 

♥Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Waldkindergartenkinder?

♥Insektenstiche 

♥Zecken

Ich hoffe ich konnte dich motivieren auf den Sonnenschutz für dein Kind zu achten. Wenn du Fragen hast, schreibe mir gerne ein Kommentar. Ich antworte gerne.

Dein Waldschrat Iris

 

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Insektenstiche im Wald – Sicherheit für Waldkinder Teil 1

Insektenstiche im Wald sind eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder

Die Zecke wird subjektiv als die größte Gefahr im Wald erlebt. Wer aber, wie ich, mit den Waldkindergartenkindern viel im Wald unterwegs ist weiß, dass die akute Gefahr vielmehr durch Insektenstiche aller Couleur besteht. Insektenstiche im Wald sind nicht nur unangenehm, sondern mitunter eine echte Bedrohung. Sie verursachen beispielsweise allergische Reaktionen, die auch lebensbedrohlich sein können oder schmerzhafte Stellen hervorbringen, die oft noch nach Wochen jucken. Und wer schon einmal wie ich ein Kind in ein Erdwespennest hat treten sehen, weiß, dass es besser ist darauf vorbereitet zu sein und einen Notfallplan zu haben. Das gilt nicht nur für Waldkindergärten, sondern auch für Menschen, die mit ihren Kindern im Wald unterwegs sind.


Viele Insekten im Wald stechen und haben üble Ladungen an Bord

Sie sind frech, angriffslustig und sie sind überall. Im Gegensatz zu Zecken, vor denen man sich aus meiner Perspektive, wie ich im Blogbeitrag Zeckenschutz für Kinder berichten konnte, schützen kann, ist der Schutz vor Insektenstichen im Wald relativ schwierig. Denn im Unterschied zu Zecken sind Stechinsekten verdammt schnell.  Bremsen, Stechmücken oder Erdwespen beispielsweise begegnen uns auf unseren Wanderungen permanent. Auch wenn ich mir die Nester der Erdwespen merke, denn diese werden ja immer wieder besiedelt, es entstehen unentwegt neue und ihre Plätze sind unkalkulierbar. Aus meiner Erfahrung kommt man hier mit Achtsamkeit für Insekten im Wald zwar ein Stück weiter, es ist aber mindestens genauso wichtig auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Insektenstiche vorbeugen ist die halbe Miete

Tipp 1: Die richtige Kleidung, um eine Barriere gegen Insektenstiche zu schaffen

Langärmelig, lange Hose, Kopfbedeckung auch im Sommer. Die Kleidung verhindert zwar nicht, dass ein Insekt sticht, sie stellt aber eine Barriere dar, die dem Kind Zeit geben, den Stechversuch zu bemerken und noch abzuwenden, denn die Bremse braucht ja mehr Zeit sich durch den Stoff durchzuackern. Insektenstiche vorbeugen bedeutet, es ihnen so schwer wie möglich zumachen.  Und entgegen der populären Pädagogenmeinung, die das barfuß Laufen im Wald für eine unermessliche Quelle der Selbstfindung halten, sage ich: „Mag ja sein, aber das ist Kindeswohlgefährdung“. Schuhe, wohlgemerkt keine Sandalen ohne Socken, sind ein Muss.

Tipp 2: Sich einsprühen um wenigstens 50% der Insekten im Wald vom Körper fernzuhalten

Ich bin ja in den meisten Fällen für Mittel gegen Alles nicht zu haben. Aber wer zig male zerstochen aus dem Wald sowie ich nach Hause kam und obwohl ich kein Allergiker bin, mit Beulen so groß wie eine Kokosnuss Wochen herumlief, ist bereit zu kapitulieren und sich einzupöffen. Ich habe alle Mittel durch, mit anderen Worten ausgedrückt: Stinkende, klebende, atemraubende, unwirksame, Insekten anlockende, teurere, billige, die ganze Naturpalette rauf und runter. Auch mit dem sagenumwobenen Kokosöl konnte ich mit Ranzelgeruch meinen Mann in die Flucht schlagen, aber nicht die Insekten im Wald. Ich blieb dann bei einem Mittel hängen. Es vertreibt, wie alle anderen Mittel nicht alle und jeden Stechterroristen, aber viele. Hier ist wichtig, dass du dein Kind an den Haaren und im Nacken einsprühst. Den Rest auf die Kleidung aufbringen, dann wird es nicht so schnell weggeschwitzt.

Tipp 3: Finger Weg von süßen Getränken und Brotaufstrichen und Achtung bei Obst, um Insekten im Wald nicht anzulocken

Ich erlebe es immer wieder, dass Eltern ihren Kindern im Sommer Schorlen, viel Obst oder süße Brotaufstriche mit in den Wald geben, kurzum ist das so, als ob du dein Kind mit Leberwurst einpinselst und in einen Hundezwinger mit 12 Doggenwelpen steckst. Damit Bienen und Wespen nicht in die Trinkflaschen geraten, lassen wir sie einfach nie offen stehen. Punkt. So lernen die Kinder ganz nebenbei ihre Trinkflasche auf- und zuzudrehen. Wir helfen natürlich.

Insektenstiche behandeln

Tipp 1: Habe immer die wichtigsten Mittel dabei, um im Fall des Falles  behandeln zu können

Du bist mitten im Wald und ein Kind wird gestochen. Und jetzt? In deinem Rucksack, solltest du als Waldpädagoge und auch als Eltern mit Kind im Wald, ausnahmslos mit den wichtigsten Utensilien gegen Insektenstiche im Wald unterwegs sein. Im Normalfall dürfen Pädagogen keinerlei Medikament verabreichen deshalb lasse ich mir von meinen Waldeltern eine Genehmigung vorab geben, dass ich im Fall eines Insektenstiches angemessen verabreichen darf. Ich habe immer dabei:


Tipp 2: Zurückgelassene Stacheln und Beißwerkzeug sofort  entfernen

Die meisten Insektenstiche im Wald bringen nicht nur Gift in die Haut ein, sondern auch das entsprechende Gerät hierzu wird hinterlassen. Das sollte tunlichst raus.

Tipp 3: Pingelige Beobachtung des weiteren Verlaufs

Habe einen Blick auf die Atmung deines Kindes und die Einstichstelle. Auch noch Stunden später können eingebrachte Gifte echte Probleme verursachen. Behandel die Einstichstelle unbedingt weiter.

Ein Notfallplan für Insektenstiche im Wald, die lebensbedrohliche Symptome verursachen

Bekommt dein Kind Atemprobleme oder hat einen Schock setzte einen Notruf 112 ab. Dein Kind braucht sehr schnelle ärztliche Hilfe. Packe dein Kind nicht in dein Auto, sondern rufe den Notarzt. Das kann Leben retten.

Ein Plan für Waldkindergärten

Tipp 1: Nester sperren und zeitnah beseitigen

Insektenstiche im Wald können für Kinder sehr gefährlich sein. Entdeckte Erdwespennester sind unbedingt großräumig zu sperren und unmittelbar mit Hife des zustndigen Försters oder der Feuerwehr zu beseitigen. Gleiches gilt für Bienen oder Hornissennester, so sie in unmittelbarer Nähe eures Hauptstandortes sind. Hier geht Kindeswohl vor Naturschutz.

Tipp 2: Kinder für Insekten im Wald sensibilisieren

Unsere Kinder sind mit der Gefahr vertraut und werden angehalten bei Entdeckung umgehend Meldung zu machen. Das ist in der Realität mehrfach vorgekommen, dass unsere Vorschulkinder zu uns kommen, um vermehrtes Aufkommen, vor allem im Herbst, von Wespen zu melden. Wenn wir ihnen nachgehen, entdecken wir nicht selten ein Nest in der Nähe unseres Hauptstandortes. Jährlich mindestens ein Hornissen- und ein Erdwespennest.

Tipp 3: Es sollte einen Notfallplan, den alle Mitarbeiter kennen, geben

Besprecht im Team, wie ihr in einem Notfall agieren wollt. Hat jemand von euch eine Ausbildung für Notfallmaßnahmen am Kind? Wer beruhigt die Gruppe und wer das betroffene Kind? Kennt ihr die Funklöcher in eurer Umgebung, wenn ihr wandert und wie geht ihr damit um? Wer dokumentiert den Vorfall und wer informiert in welchem Fall wann die Eltern? Habt ihr eure potentiellen Notfälle schon einmal mit der hiesigen Feuerwehr besprochen? Kennen die Rettungskräfte die örtlichen Gegebenheiten und Zufahrtswege? Kennt ihr euch selber im Wald so gut aus, dass ihr Einsatzkräften eure Koordinaten durchgeben könnt?

Tipp 4: Alles dabei haben und Vorbild sein

Im Sommer im Wanderrucksack und auch am Standort alle erforderlichen Mittel zur Behandlung vor Ort oder dabeihaben. Und da war noch die Sache mit dem Vorbild: Hast du selber langärmelige Kleidung an? Trinkst du Apfelschorle, Cola oder Wasser? Ist deine Trinkflasche zu? Schlemmst du mit offener Brotzeitdose im Herbst Honigmelone und Marmeladenbrot mit Erdnussbuttertopping? Flanierst du barfüßig zu Wahrnehmungszwecken und Erdungserfahrungen über den Waldboden?

Welche Gefahren gibt es für Kinder im Wald?

Dieser Beitrag ist Teil 1 aus der Reihe Sicherheit für Waldkinder. Die anderen Blogbeiträge zu Gefahren im Wald findest du hier: 

Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Waldkindergartenkinder?

Zecken

Sonne und Ozon

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Dein Waldschrat Iris

 

 

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Bildquelle Insekt https://pixabay.com

 

 

 

 

 

Zeckenschutz für Kinder, Zeckenprophylaxe, Du siehst eine Zecke auf einem Blatt

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Zeckenschutz für Kinder im Waldkindergarten

Zeckenschutz für Kinder ist kein Tummelplatz für Ängste und heiße Impfdebatten

Ich selber leide an „Zeckophobie“. Ein selbst erfundenes Wort, das es auf den Punkt bringt. Diese „Zeckophobie“ hat mir im Laufe der Jahre im Wald allerdings sehr viele Vorteile eingeheimst. Ich habe sozusagen Feldforschung in meinem eigenen Waldkindergarten betrieben und bin inzwischen entspannt, was das Thema Zeckenprophylaxe angeht. Warum? Ich fühle mich den kleinen Blutsaugern nicht mehr ausgeliefert und habe mir ein ausgeklügeltes System erarbeitet. Ich lasse mich nicht mehr auf Impfdebatten ein, denn Impfen ist eine private Frage der Eltern, die mit einem Kinderarzt besprochen werden sollte. Hier ist Vernunft gefragt und keine Ideologen- oder Angstdebatten. Auch in der Frage diverser Sprays enthalte ich mich der Stimme, denn ich bin kein Apotheker und konnte in den Jahren im Waldkindergarten keine Wirkung oder Nicht-Wirkung an mir und den Kindern feststellen. Aus meiner Sicht fängt der Zeckenschutz für Kinder viel weiter vorne an. 


Zeckenprophylaxe fängt bei den Kenntnissen über den feindlichen Blutsauger an

Stell dir vor, du würdest mit deinem Kind in einer Region leben, in der es giftige Spinnen gibt. Was würdest du tun? Es gäbe eine Impfung gegen Gift A, eine Behandlungsmöglichkeit gegen Gift B mit schlimmen Nebenwirkungen und die Vermutung, dass die Spinne noch weitere unbekannte Gifte an Bord hat. Naturvölker, die in solchen Regionen leben, verwenden viel Zeit darauf, ihre Erfahrungen und das Wissen über ihren Feind zu sammeln. Wo treten sie häufig auf? Wann vermehren sie sich und wann nicht? Wo halten sie sich überhaupt auf? Sie gehen mit offenen Augen durch die Welt und sind sensibilisiert. Nicht mit Angst, sondern mit Vorsicht und Furcht. Eine gute Haltung, wie ich finde. Zeckenprophylaxe fängt genau da an. Ich kenne in meinem Wald inzwischen die Plätze, an denen die Zecken vorzugsweise hausen. Mir sind die Zeiten und Witterungsbedingungen, in denen sie gehäuft auftreten, bekannt. Ich habe ein wachsames Auge auf den Feind und obwohl ich ohne Brille nicht gut sehe: Zecken sehe ich. Und ich kann sie inzwischen sogar auf meinem Körper, wenn sie umherwandern um sich ein blutiges Plätzchen zu suchen, fühlen und ihnen den Weg abschneiden. Zeckenschutz für Kinder im Waldkindergarten beginnt also auch beim Personal. Sie sollten über solche Erfahrungswerte verfügen und sie anwenden. Wenn du möchtest, dass dein Kind auch beim Aufenthalt in der Natur privat geschützt ist: Mach dich schlau, sammel Erfahrungen und wende sie an. 

Zeckenprophylaxe ist, wenn ich schneller bin als die Blutsauger

Die meisten Eltern vertrauen mir und geben mir die schriftliche Erlaubnis eine Zecke, die ich bei einem Kind entdecke, zu ziehen. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto weniger kann sie von ihrer gefährlichen Ladung in den menschlichen Körper einbringen. In den meisten Fällen erwische ich sie beim Krabbeln über dein Kind. Manchmal erwische ich eine, die frisch gebissen hat. Das ist alles in allem aber eher selten. Nach der Entfernung desinfiziere ich die Bißstelle und mache mit einem Kugelschreiber einen Kringel drum. So kann man die Stelle im Auge behalten. Ich trage es ins Gruppentagebuch ein und informiere bei Rückgabe des Kindes die Eltern. Ich persönlich nehme keine Zeckenzange, weil ich mit meinen Fingern 100% Erfolg habe. Vor allem dann, wenn die Vampire noch sehr sehr klein sind. 

 

Zeckenschutz für Kinder – Wo keine Zecke hinkommt, kann keine Zecke beißen

Geht dein Kind in einen Waldkindergarten oder hält sich privat in Gebieten auf, in dem Zecken zu erwarten sind, dann kannst du selber sehr viel tun. Nämlich über Kleidung. Beginne damit, dass dein Kind einen Hut trägt. Das ist im Sommer ohnehin sinnvoll. Langärmelige T-Shirts, lange Hosen, Socken über die Hose ziehen oder über dem knöchelhohen Schuhwerk mit einem Klettband den Hoseneingang verschließen. Du denkst jetzt: „Ach du meine Güte und das im Sommer, mein Kind soll in kurzer Hose und T-Shirt die tolle Zeit genießen“. Kann es ja auch. Aber nicht im Waldkindergarten, auf Wanderungen durch den Wald, und vielleicht auch nicht in deinem Garten, so er Stellen hat, an denen Zecken ihre Party feiern. Kinder nehmen es im Übrigen gar nicht schlimm langärmelig, mit Socken über der Hose und mit Hut herumzulaufen. Sie gewöhnen sich daran. Sie sehen es nur dann negativ, wenn Eltern das so empfinden, weil sie selber so nicht herumlaufen möchten. Für den Sommer gibt es langärmelige T-Shirts und Hosen sowie Hüte, die vom Material her keine Wärmebelastung für dein Kind darstellen. Knöchelhohe Wanderschuhe sind außerdem drauf eine gute Besohlung für Wald, Wanderung und Wiese. Über Sandalen freuen sich Zecken, denn die machen es einfach. Sie beißen nämlich besonders gerne zwischen zwei Zehen. Mit Sandalen kann dein Kind in die Stadt, ins Schwimmbad, zu Oma und zur Freundin gehen. Zeckenschutz für Kinder im Waldkindergarten ist also auch Elternaufgabe und beginnt mit der richtigen Kleidung. 

Zeckenschutz für Kinder geht auch nach dem Aufenthalt im Wald weiter

Wenn dein Kind aus dem Wald kommt, gehört es zu deiner Aufgabe, die Waldkleidung auszuziehen und gut auszuschütteln. Schaue dein Kind genau an. Vor allem die prominenten Stellen: Kopf, zwischen den Zehen, Nacken, Leistengegend und Haaransatz. Ich bevorzuge es vor allem im Sommer nach dem Waldkindergarten kurz zu duschen. Da ist schon so mancher Feind automatisch in den Abfluss gerutscht. Eins zu null für mich. Außerdem macht die Dusche im Sommer richtig frisch und der Tag kann weitergehen. Schaffst du es nicht direkt nach dem Waldkindergarten. Nicht schlimm. Dann eben abends. Du kannst dein Kind helfen lassen mit zu schauen oder die Kleidung auszuschütteln. Bitte übertrage deine Angst nicht auf dein Kind. Leite es nur zur Vorsicht an und gebe dein Wissen weiter. 

Meine Erfahrungen aus dem Waldkindergarten und wie du sie nutzen kannst

Zecken fallen auch von Bäumen

Meine Theorie. Sie werden von Vögeln dort hin transportiert. Bei uns im Waldkindergarten gibt es zwei Stellen, wo es in Hochphasen nur so rieselt. Ich mache die Kinder darauf aufmerksam und schaue genau hin, wenn sie an solchen Stellen gespielt haben. 

Zecken lieben feuchte hohe Gräser in Übergangszonen

Mit Übergangszonen meine ich Wald/Wiese, Feld/Böschung, See/Ufer usw. In Hochzeiten achte ich darauf, dass Kinder diese Zonen meiden oder suche sie danach gründlich ab. Kinder sind klein. Eine hohe Wiese an einer Feldböschung verschluckt sie beinahe ganz. Die Wahrscheinlichkeit eine Zecke zu erwischen ist für ein Kind hoch.

Zeckenprophylaxe zu Hause

Viele von unseren Waldkindern fangen sich die Zecken nicht bei uns im Wald, sondern in ihrer Freizeit ein. Da ich alle mir bekannten Bisse dokumentiere, spreche ich hier von einem Verhältnis von 4 Freizeit zu 1 Waldkindergarten. Es wäre also wichtig, wenn du den Zeckenschutz für Kinder auch in eurer Freizeit beachtest.

Bestimmte Kinder werden von Zecken bevorzugt

Es gibt Kinder, die immer wieder eine Zecke auf ihrem Körper haben und welche, die so gut wie nie betroffen sind. Das ist auch bei unserem Personal so unterschiedlich. Es kann nicht daran liegen, dass sich bestimmte Kinder an anderen Orten aufhalten, als andere. Zumindest nicht bei mir im Waldkindergarten. Auf Kinder, die von Zecken bevorzugt werden,  habe ich ein besonderes Auge. Wenn dein Kind oft Zecken hat, dann sei achtsam. 

Zeckenschutz für Kinder ist forschen mit Kindern

Überwinde deine „Zeckophopie“ und erforsche mit deinem Kind die Zeckenwelt. Richte deinen Fokus nicht so sehr auf Krankheiten, die sie übertragen, denn das ist dir ja bereits bekannt. Da Zecken ganz  bestimmt in eurem Garten leben, versuche doch mal mit deinem Kind mit einem weißen großen Tuch eine verdächtige Stelle zu untersuchen. Nimm das Tuch und schleife es über die Gräser. Zecken bleiben darin hängen. Untersuche sie vielleicht mit einer Becherlupe. Hast du ein Haustier, das ab und zu Zecken hat, ist dies nicht nur ein guter Indikator, das Hochsaison ist, sondern auch eine tolle Gelegenheit die Blutsauger mal unter die Lupe zu nehmen. Mache dich auf den Weg ins Internet und erfahre etwas über die Zecken und ihre Lebensart. Baue deine Ängste ab und lerne mit Zecken zu leben. Wenn Du zu den Themen Impfung und Sprays etwas erfahren möchtest kannst du dies bei Outdoor Professional nachlesen. Noch besser: Informiere dich bei deinem Kinderarzt. 

Die viel wahrscheinlicher Gefahr für Kinder: Insektenstiche im Wald

Auch wenn für dich subjektiv die Zecke die größte Bedrohung ist, so kann man wie du jetzt weiß viel tun, um der Zecke Herr zu werden. Die viel wahrscheinlicher und auch höhere Gefahr für Kinder im Wald sind Insektenstiche. Hierzu habe ich dir den Blogbeitrag Insektenstiche im Wald – Ein Leitfaden für Eltern und Waldpädagogen geschrieben. 

Zusammenfassung der richtigen Zeckenprophylaxe für dich und dein Kind

♥ Habe keine Angst, sondern sein vorsichtig

♥ Informiere dich in Sachen Impfen beim Kinderarzt 

♥ Informiere dich in Sachen Sprays beim Kinderarzt und in der Apotheke

   (Nutzen/Risiko/Kosten Abwägung)

♥ Lerne Zecken und ihre Lebensart kennen

♥ Sei schnell

♥Kleide dein Kind richtig

♥Tägliche Kontrolle beim Kind und Wäsche ausschütteln

♥ Forsche mit deinem Kind

Welche Gefahren gibt es für Kinder im Wald?

Dieser Beitrag ist Teil 3 aus der Reihe Sicherheit für Waldkinder. Die anderen Blogbeiträge zu Gefahren im Wald findest du hier: 

Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum

      ♥Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Waldkindergartenkinder?

♥Insektenstiche 

♥Sonne und Ozon

Hat dir eine Information zur Zeckenprophylaxe im Waldkindergarten gefehlt oder hast du Fragen? Schreibe mir einen Kommentar ich antworte gerne. 

Dein Waldschrat Iris 

 

Bildquelle Zecke auf dem Blatt: https://pixabay.com/de/zecke-rote-zecke-nahaufnahme-sauger-1440531/

 

 

 

 

Biberwanderung. Man sieht Kinder, die um einen von einem Biber gefällten Baum sitzen und staunen.

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Unsere Biberwanderung

Das Wandern ist des Waldschrats Lust

Das Wandern ist für unsere Gruppe ein wichtiger Bestandteil des Walderlebens. Wir erforschen unsere Wege zu allen Jahreszeiten, Jahr um Jahr. Die Kinder sind stolz darauf sich im Wald auszukennen, die Wege zu finden, lange Strecken laufen zu können und den Wald so gut zu kennen, dass die kleinen und großen Veränderungen auffallen. So auch heute. Unsere Route zum „grünen Platz“ führt an einem Biotop vorbei. Höchst persönlich errichtet von unserem Freund, dem Biber. Der erste Besuch unsererseits in diesem Jahr. Aber:

Wo ist unser Biber hin?

Als wir an seinen Bau herantraten machte dieser einen ungepflegten und verlassenen Eindruck. Unser Biber würde niemals in so einer „Bruchbude“ wohnen. Wir machte uns auf die Suche. Wilde Spekulationen über ein mögliches Ableben, einen Unfall oder eine Auswanderung machten die Runde. Auf dem Weg entlang des Bibersees haben wir dann frische Biber-Sägespäne und einen umgelegten Baum entdeckt. Puh. Erleichtert. Hier tut sich etwas. Auch einige picobello restaurierte Lehmdämme konnten wir zählen. Es muss ihn also geben. Aber wo?

Die Entdeckung

Wir wanderten und wanderten und entdeckten ganz am Ende der „Biberseenplatte“ einen neuen Abschnitt. Sehr sorgfältig hatte er ein neues Stück Wald angestaut und es sich dort in einer neuen Biberburg gemütlich gemacht. Top ordentlich und gepflegt, sowie es seiner Biberfrau (Biber leben nämlich monogam) sicher gefällt. Wir sind uns absolut sicher: Im Mai wird es Nachwuchs geben. Darauf sind wir gespannt.

Der grüne Platz und das Picknick

Um 12.oo Uhr sind wir dann an unserem grünen Platz angekommen. Dort wurde kurzer Hand in Eigenregie ein Biberbau nachgebaut. Wald-Ingenieure sind hungrig und deshalb haben sie das komplette Picknick dann auch weggeputzt. Obwohl der Wanderweg einige Steilhänge hatte, haben alle Kinder den Rückweg gut geschafft und konnten die Zeit noch mit ratschen genießen. Einige fanden auf die schnelle noch ein paar Dinospuren, andere einen Berg Federn und wieder andere packten sich die Hosentaschen voll mit Biber-Sägespänen.

Ein wirklich toller Frühlingstag

Eine tolle Bibergeschichte -last minute Ostergschenk- , die sehr ans Herz geht

 

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Du siesht drei Waldkinderagrtenkinder, die auf dem Waldboden liegen

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Tipp 3: Den Winter im Waldkindergarten durchhalten – Wissen wofür

Im Winter wird der Waldkindergarten ungemütlich

Und dann fragen Eltern sich zurecht: Wofür das alles? Ist das gut für mein Kind? Denn: Eltern sind ja nicht dabei, wenn ihre Kinder dem Winter im Waldkindergarten trotzen. Und woher sollen Eltern wissen wozu das alles gut ist. Niemand möchte, dass sein Kind friert. Aber manchmal fieren sie. Und niemand möchte, so man Erwachsen ist, ganztägig im Schlamm wühlen wie eine Rotte oder sich gegen den scharfen Wind stemmen. Aber Kinder mögen das. Dennoch bleibt die Frage: Warum?


Woher sollen Eltern wissen, was ihre Kinder dazu gewinnen?

Wer den Winter gemeinsam mit 25 kleinen Waldschraten verbracht hat weiß, dass es sich lohnt. Eltern sitzen meist im Warmen, während ihre Sprösslinge hüpfend gegen die Kälte ankämpfen, Bauwerke gegen das Frieren bauen, den Nieselregen in Töpfen auffangen und damit Suppe kochen, den Schnee nach Spuren absuchen, sich um das Lagerfeuer drücken und erkennen, dass sie die Gemeinschaft und die Hilfe anderer brauchen, um den Winter zu schaffen. Eltern sind nicht dabei wenn wir die Stimmung mit gutem Essen, freudigen Liedern und Lesen im warmen Bauwagen heben. Sie erleben auch nicht wie Brunhilde mit ihren Scherzen einer rot gefrorenen Nase auch noch ein Lachen rausquetscht und wie die Kinder in schwierigen Situationen über sich hinauswachsen. Persönlich und sozial. Ich kann Eltern verstehen, die aus dem Fenster schauen, an ihre Kinder denken und glauben „Mir würde das jetzt nicht gefallen“. Vielleicht gefällt es aber euren Kindern, nicht im Sinne von Spaß haben, sondern im Sinne von „Ich schaffe das. Und in jedem Tag kommt Freude vor.“.

Freude im Quadrat

Eltern sitzen meist im Trockenen, während ihre Sprösslinge eine feuchte Laubschlacht nach der Eisschmelze absolvieren. Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen das Herz hüpfen lassen und man sich über die Sichtung einer Amsel freut, als wäre es der eigene Geburtstag. Der erste Tag an dem die Kinder ohne Handschuhe spielen, ist wie ein Feiertag. Der erste Tag, an dem wir die Lesebank wieder eröffnen können ein Highlight. Wieder im Wald frühstücken, Hänge hinabrollen juche. Die dicken Winterstiefel gegen Wanderschuhe tauschen. Da ist man gleich doppelt so schnell. Und wer es nicht glaubt: Selbst das Pipi machen geht jetzt mit fünf Kleidungsschichten weniger, leicht von der Hand. Anlass zur Freude. Für ein Kind. Der erste Tag, an dem es warm genug ist die Schnitzmesser auszupacken und wieder mit den Hämmern an der Werkbank gewerkelt werden kann ist voller Lebensfreude und hatte bereits zahlreiche Tage der Vorfreude.

Stolz hoch drei

Den Winter geschafft zu haben macht die Kinder stolz. Sie sind in der Lage, sich über Dinge unglaublich zu freuen, die andere mitunter gar nicht wahrnehmen. Sie nehmen Annehmlichkeiten nicht für selbstverständlich und entwickeln eine hohen Grad an Widerstandskraft mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Im Winter wächst vor allem das Gemeinschaftsgefühl, denn alle Waldschrate die schon einen oder zwei Winter geschafft haben, machen den kleineren Mut, zeigen ihnen Wege und sind Vorbild.

Wenn Eltern den Winter durchhalten wollen, dann wissen sie spätestens jetzt wofür. Und manchmal ist es auch gut, wenn Eltern nicht immer wissen, was ihre Kinder gerade im Kindergarten so machen. Denn es ist ja eine eigene Welt der Kinder.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Winter im Wald? Schreibe mir. Ich antworte gerne.

Mehr Informationen über den Wald im Waldkindergarten findest du hier: Tipps 1 und Tipp 2 

Dein Waldschrat Iris

 

 

Du siehst zwei Waldkindergartenkinder, die ganz dick in Wintersachen eingepackt sind

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Tipp 2: Wie Eltern und Kinder den Winter im Waldkindergarten durchhalten – Kraft sparen beim Anziehen

Mach es wie die Tiere – Spare Kraft im Winter

Mal Hand aufs Herz: Wer von euch zieht sich morgens gerne an? Wer von euch würde sich gerne im Winter Tag ein Tag aus für eine Expedition in den Winterwald rüsten? Und wer von euch packt oben drauf noch gerne einen Rucksack? Wer von euch freut sich auf das Hineinquetschen in die Winterstiefel? Wem von euch hüpft das Herz bei dem Gedanken von 7.30 Uhr bis 13.45 Uhr mit Fäustlingen herumzulaufen und ganztägig eine Mütze zu tragen? Niemand? Ok. Ich auch nicht. Mache ich aber jeden morgen. Denn ich weiß wie schön es im Wald bei den Kindern ist. Dein Kind weiß: Anziehen ist doof. Angezogen werden ist doof hoch zwei. Kinder würden, wenn sie selber wählen könnten, ganztägig im Nachtgewand und barfuß die Welt erobern.  Kann ich nachvollziehen. Würde ich auch gerne. Was können Eltern tun, damit die morgendliche „Zieh dich an Debatte“ energetisch nicht den Tagesakku  frisst?


Wie bekomme ich mein Kind in gefühlte dreiundzwanzig Schichten gepackt? Das Experiment

Eltern von Waldkindergarteneltern empfehle ich einen ersten Schritt. Nehme alle Kleidungsschichten, die auch dein Kind trägt. Packe einen Rucksack, der im Verhältnis das gleiche Gewicht und Größe hat, wie der Rucksack deines Kindes im Verhältnis zu seinem Körper. Und nun lässt du dich von deinem Partner anziehen. Stelle dabei die Uhr. Wie lange dauert es? Was ist angenehm? Was nicht? Wo zwickt es? Was würdest du gerne selber machen? Ziehe dann deinen Partner an. Sowie du dein Kind anziehst. Wieder Zeit messen. Eine Rückmeldung einholen. Ihr werdet über das Ergebnis sehr erstaunt sein, vielleicht ist es auch lustig. Wie fühlt sich das an in eine lange Unterhose hineingewurschtelt zu werden? Wie ist es wenn die Winterjacke angezogen wird und die Ärmel des Pulli mit hochrutschen? Ganz beliebt: Kalte Hände, die einem die Unterhose hochziehen. Fingernägel die versehentlich beim Socken anpuddeln am Zeh entlang schrabbeln. Nehmt es mit Humor und gebt euch ehrliche Rückmeldungen. Merzt Fehler aus. Und stellt fest wie langsam ihr seit.

Das kleine „Um zu“

Es gibt einen sehr zuverlässigen Wetterdienst: www.Agrawetter.net. Dein Waldkindergartenkind kann jeden Abend mit dir, oder auch als Morgenritual die Wetterprognose gemeinsam anschauen und die Kleidung hierfür zurecht legen. So lernt es nicht sofort, aber mit der Zeit das „warum, wieso weshalb“ es so wichtig ist mit der richtigen Kleidung in den Wald zu starten. Es entwickelt Stück für Stück das Verständnis für seine Ausrüstung und ihr (du und dein Kind) lernt ganz nebenbei mit Wetterprognosen umzugehen.  Dann wird aus einem „Es wird kalt, die lange Unterhose muss sein“, ein: „Weißt du noch, was der Wetterfrosch auf der Internetseite angekündigt hat?“ „OK. Deshalb hast du dir ja auch die lange Unterhose rausgelegt, damit du warm über den Tag kommst.“

Ordnung ist in diesem Fall das halbe Energiesparprogramm

Hilf deinem Kind mit Ordnung. Immer gleicher Ablauf. Kleidung immer an den selben Plätzen. Fehler: Mit einem Kindergartenkind morgens in trauter Gemeinsamkeit in den Kleiderschrank lunzen und die Frage stellen „Was ziehen wir an?“. Wer fragt bekommt eine Antwort. Selten ist es die, die er hören mag. Und: Wer fragt stellt in Aussicht, dass es eine Wahl gibt. Das Diskussionsforum ist somit eröffnet. Energiefresser pur. Richtig: Gemeinsam mit dem Kind am Abend zuvor  nach www.Agrawetter.net die Sachen herrichten. Diese liegen am immer gleich Ort, die Winterjacke trocken und bereit am Haken, die Schuhe im Flur usw. Über diesen Sachen möglichst keine andere Kleidung hängen oder legen. Haufen ist Haufen, Haken ist Haken, Platz für die Schuhe ist Platz für die Schuhe.

Täglich grüßt das Murmeltier

Ich kann dir wenig Hoffnung machen, dass das Anziehthema eine kurzfristige Angelegenheit ist. Es reicht bis in die Pubertät hinein und oft auch darüber hinaus. Beweis: Frauen legen ihren Männern die Sachen für den nächsten Tag heraus, die pubertierende Tochter stiefelt mit Stilettos durch den Schnee, und du findest deine Lieblingshose nicht mehr, weil sie seit einer Woche im Dreierpack (Strumpfhose, Unterhose, Hose, auf links zu einer Wurst verarbeitet) auf dem Kleiderstuhl liegt. Es lohnt sich also sehr frühzeitig in einen geeigneten Ablauf und in die größtmögliche Selbsttätigkeit der Kinder zu investieren. Ein guter Ablauf sieht genug Zeit vor und  ist praktisch. Zum Beispiel: Aufstehen, neue Unterwäsche Anziehen, lange Unterwäsche anziehen, gemütliches Frühstück, danach Zähne putzen, alle anderen Schichten anziehen, Schuhe anziehen, Jacke anziehen (umgekehrt ist unpraktisch mit dicker Jacke kommt kein Mensch, auch kein Kind, gut an seine Schuhe), Rucksack auf und zum Schluss die Handschuhe.

„Das kann ich selber“

Ja, aber der Reihe nach. Was kann dein Kind schon selber? Dann kalkuliere die Zeit ein, die es dafür braucht. Trainiere gezielt den nächsten Schritt: Knopf zumachen, Reißverschluss, schon mal einen Handschuh selber den anderen du, Rucksack selber zu machen, selber aufsetzen. Wenn du nur weil du in Eile bist, das Kind nichts selber machen lässt, kannst du zunehmend zurecht mit einigem Widerstand beim Ankleiden rechnen. Kinder wollen es selber machen und sie sollten die Chance bekommen es zu üben. Kannst du dich noch an deinen Führerschein erinnern? Wie lange hast du üben müssen bis dir alles von der Hand ging? Anziehen lernen ist für das Kind gewissermaßen wie für dich der Führerschein war. Es ist doch dann ein tolles Gefühl wenn man zum ersten Mal selber fahren darf oder?

 

Mehr zu diesem Thema findest du hier: Tipps 1 und Tipp 3

Dein Waldschrat Iris 

 

WAldkindergarten Winter Hund

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Tipp 1: Wie Eltern und Kinder den Winder im Waldkindergarten durchhalten – Kraft beim Aufwecken sparen

Jedes Kind ist anders. Der Morgenmuffel, die Schmusekatze, der fröhliche Flummi,  der Brummbär, die Plappertasche, der Meister des Schneckentempos und der um-halb-vier-stehe-ich-auf-und-erobere-die-Welt-Charakter. Es gibt sie alle und noch viele mehr. Eine Plappertasche erwägt des morgens bereits eine Grundsatzdiskussion über die Vorzüge des Hauskindergartens im Winter. Der Welteroberungstyp hat seine Tagesenergie von halb vier bis um sechs in der früh schon verbraucht und schafft es nun wirklich nicht mehr in die Winterstiefel. Der Meister des Schneckentempos findet die emotionalen Knöpfe der Eltern recht schnell, da ist er nämlich wirklich schnell, und schmettert den einzigen Satz des Morgens heraus: „Ich habe im Waldkindergarten keine Freunde und mich friert es.“ Treffer ins Elternherz. Versenkt. Die Schmusekatze kuschelt sich so durch und klammert sich gerne beim Anblick der Winterjacke an Papas Knie und haut Krokodilstränen als Unterstreichung ihrer misslichen Lage gleich hinterher.  Treffer ins Elternherz versenkt, die zweite.


Papa Plappertasche trifft auf Tochter Schmusekatze

Hast du dich mal gefragt, welcher Typ du bist und ob deine Weckmethode zu deinem Kind passt? Wenn es nicht passt, dann kostet das jeden morgen Kraft. Papa Plappertasche weckt Tochter Schmusekatze mit einem lustigen Monolog.  Da klappt die Katze die Ohren weg. Wenn es passt kann mitunter sogar noch mehr Energie abverlangen. Zum Beispiel wenn Mama Zeitlupe auf den Meister des Schneckentempos trifft. Tja und Energie ist gerade im Winter ziemlich rar. Da braucht dein Kind alle Ressourcen für den Waldtag im Kindergarten. Wenn du deinem Kind helfen möchtest und ihm besonders viel Kraft für den Winter und den Tag draußen mitgeben möchtest, lautet die Frage: „Was braucht dein Kind?“ Die Plappertasche könnte lernen noch eine Runde zu schmusen oder ganz ruhig und sortiert zu reden, damit der Kopf sich erst einmal ordnet. Der Welteroberer benötigt Hilfe zum Durchschlafen bis sechs, der Meister des Schneckentempos eine besonders klaren und strukturierten Ablauf und weniger Resonanz auf emotionale Frontalangriffe. Die Schmusekatze körperliche Zuwendung am Anfang des Tages.

Das Wecken fängt bei wachen Eltern an

Eines ist allen Kindern gemein. Sie brauchen jeden Morgen einen festen für sie erwartbaren Ablauf, der zeitlich auch machbar ist. Immer gleich, immer gleich. Ein Ritual, das zu deinem Kind passt und auf das es sich verlassen kann. Bedeutet auch, dass Eltern erst einmal selber so aufstehen, wie es ihnen gut tut. Eltern sind im besten Fall rechtzeitig aufgestanden und Gehirn, Herz, Arme sowie Beine haben schon ihre gewohnte Arbeit aufgenommen.

Was sind Kraftfresser?

Wir kennen sie alle. Grelles Licht mit einem Morgenappell: Aufstehen! Drei bis einundzwanzig mal ins Zimmer rennen und das Mantra „steh auf“ vor sich hin brummeln. Mit dem Kind kuscheln , bis man selber wieder im Tiefschlaf ist. Ein eiskaltes Zimmer. Ein chaotisches Zimmer, dass man bei Licht besser gar nicht sehen will. Ein: „Oh, wir sind zu spät, beeil dich“. Lautes Geklapper in der Küche als Erstgeräusch des Tages oder alternativ der lauthalse Geschwisterkampf im Nebenraum als Wecksignal. Welche kennst du noch, die du selber nicht magst?

Welches Ritual braucht dein Kind?

Für die Schmusekatze erst eine Runde kuscheln und dann Licht an? Für den Meister des Schneckentempos einen Wecker, der erst ganz langsam mit seinem Licht „die Sonne aufgehen lässt“? Eine warme Tasse Kakao und drei Minuten gemeinsames Ratschen für die Plappertasche? Für den Flummi ein Fingerspiel oder Gedicht als Einstimmung für den Tag? Mit dem Welteroberungstyp nach dem Aufstehen gemeinsam das Bett machen und Stofftiere aufräumen? Können Geschwister mit einbezogen werden? Oder Haustiere? Sei kreativ! Probiere aus, was deinem Kind gefällt und ihm entspricht. So fängt der gemeinsame Tag kraftsparend an.

Welche Weckrituale habt ihr, die funktionieren? Helft mir euren guten Erfahrungen und Ideen!

Hier mein zuverlässigster Weckdienst Brunhilde!

Dein Waldschrat Iris

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sonnenschutz für Kinder – Sicherheit für Waldkinder Teil 2
Insekten im Wald, Insektenstiche im Wald, Insektenstich vorbeugen, Insektenstich, Insektenstiche behandeln, Waldkindergarten Grünthal du siehst eine Tiger Mosquito
Insektenstiche im Wald – Sicherheit für Waldkinder Teil 1
Zeckenschutz für Kinder, Zeckenprophylaxe, Du siehst eine Zecke auf einem Blatt
Zeckenschutz für Kinder im Waldkindergarten
Biberwanderung. Man sieht Kinder, die um einen von einem Biber gefällten Baum sitzen und staunen.
Unsere Biberwanderung
Du siesht drei Waldkinderagrtenkinder, die auf dem Waldboden liegen
Tipp 3: Den Winter im Waldkindergarten durchhalten – Wissen wofür
Du siehst zwei Waldkindergartenkinder, die ganz dick in Wintersachen eingepackt sind
Tipp 2: Wie Eltern und Kinder den Winter im Waldkindergarten durchhalten – Kraft sparen beim Anziehen
WAldkindergarten Winter Hund
Tipp 1: Wie Eltern und Kinder den Winder im Waldkindergarten durchhalten – Kraft beim Aufwecken sparen