Von Pädagogen für Pädagogen

Direkt aus dem Waldkindergarten

Im Waldkindergarten steht man als Pädagoge ganz anderen Herausforderungen gegenüber als in einer Regeleinrichtung.
So manch einer mag zwar versuchen, einen Regelkindergarten unter freiem Himmel umzusetzen
doch ist das wirklich Sinn und Zweck eines Naturkindergartens?
Viele Dinge laufen so ganz anders im Wald, anstatt dagegen zu rudern wäre es doch sinnvoller die wundervollen Gegebenheiten anzunehmen und damit zu arbeiten.
Dadurch würde dann am Ende auch echte Waldpädagogik daraus werden.
Um es für Pädagogen leichter zu machen, Inspiration und Hilfestellungen zu finden haben wir hier einen extra Bereich dafür angelegt.
Völlig wertfrei, fernab von jeder Religion, persönlichen Einstellungen oder Neigungen.

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Insektenstiche im Wald – Sicherheit für Waldkinder Teil 2

Insektenstiche im Wald sind eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder

Die Zecke wird subjektiv als die größte Gefahr im Wald erlebt. Wer aber, wie ich, mit den Waldkindergartenkindern viel im Wald unterwegs ist weiß, dass die akute Gefahr vielmehr durch Insektenstiche aller Couleur besteht. Insektenstiche im Wald sind nicht nur unangenehm, sondern mitunter eine echte Bedrohung. Sie verursachen beispielsweise allergische Reaktionen, die auch lebensbedrohlich sein können oder schmerzhafte Stellen hervorbringen, die oft noch nach Wochen jucken. Und wer schon einmal wie ich ein Kind in ein Erdwespennest hat treten sehen, weiß, dass es besser ist darauf vorbereitet zu sein und einen Notfallplan zu haben. Das gilt nicht nur für Waldkindergärten, sondern auch für Menschen, die mit ihren Kindern im Wald unterwegs sind.


Viele Insekten im Wald stechen und haben üble Ladungen an Bord

Sie sind frech, angriffslustig und sie sind überall. Im Gegensatz zu Zecken, vor denen man sich aus meiner Perspektive, wie ich im Blogbeitrag Zeckenschutz für Kinder berichten konnte, schützen kann, ist der Schutz vor Insektenstichen im Wald relativ schwierig. Denn im Unterschied zu Zecken sind Stechinsekten verdammt schnell.  Bremsen, Stechmücken oder Erdwespen beispielsweise begegnen uns auf unseren Wanderungen permanent. Auch wenn ich mir die Nester der Erdwespen merke, denn diese werden ja immer wieder besiedelt, es entstehen unentwegt neue und ihre Plätze sind unkalkulierbar. Aus meiner Erfahrung kommt man hier mit Achtsamkeit für Insekten im Wald zwar ein Stück weiter, es ist aber mindestens genauso wichtig auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Insektenstiche vorbeugen ist die halbe Miete

Tipp 1: Die richtige Kleidung, um eine Barriere gegen Insektenstiche zu schaffen

Langärmelig, lange Hose, Kopfbedeckung auch im Sommer. Die Kleidung verhindert zwar nicht, dass ein Insekt sticht, sie stellt aber eine Barriere dar, die dem Kind Zeit geben, den Stechversuch zu bemerken und noch abzuwenden, denn die Bremse braucht ja mehr Zeit sich durch den Stoff durchzuackern. Insektenstiche vorbeugen bedeutet, es ihnen so schwer wie möglich zumachen.  Und entgegen der populären Pädagogenmeinung, die das barfuß Laufen im Wald für eine unermessliche Quelle der Selbstfindung halten, sage ich: „Mag ja sein, aber das ist Kindeswohlgefährdung“. Schuhe, wohlgemerkt keine Sandalen ohne Socken, sind ein Muss.

Tipp 2: Sich einsprühen um wenigstens 50% der Insekten im Wald vom Körper fernzuhalten

Ich bin ja in den meisten Fällen für Mittel gegen Alles nicht zu haben. Aber wer zig male zerstochen aus dem Wald sowie ich nach Hause kam und obwohl ich kein Allergiker bin, mit Beulen so groß wie eine Kokosnuss Wochen herumlief, ist bereit zu kapitulieren und sich einzupöffen. Ich habe alle Mittel durch, mit anderen Worten ausgedrückt: Stinkende, klebende, atemraubende, unwirksame, Insekten anlockende, teurere, billige, die ganze Naturpalette rauf und runter. Auch mit dem sagenumwobenen Kokosöl konnte ich mit Ranzelgeruch meinen Mann in die Flucht schlagen, aber nicht die Insekten im Wald. Ich blieb dann bei einem Mittel hängen. Es vertreibt, wie alle anderen Mittel nicht alle und jeden Stechterroristen, aber viele. Hier ist wichtig, dass du dein Kind an den Haaren und im Nacken einsprühst. Den Rest auf die Kleidung aufbringen, dann wird es nicht so schnell weggeschwitzt.

Tipp 3: Finger Weg von süßen Getränken und Brotaufstrichen und Achtung bei Obst, um Insekten im Wald nicht anzulocken

Ich erlebe es immer wieder, dass Eltern ihren Kindern im Sommer Schorlen, viel Obst oder süße Brotaufstriche mit in den Wald geben, kurzum ist das so, als ob du dein Kind mit Leberwurst einpinselst und in einen Hundezwinger mit 12 Doggenwelpen steckst. Damit Bienen und Wespen nicht in die Trinkflaschen geraten, lassen wir sie einfach nie offen stehen. Punkt. So lernen die Kinder ganz nebenbei ihre Trinkflasche auf- und zuzudrehen. Wir helfen natürlich.

Insektenstiche behandeln

Tipp 1: Habe immer die wichtigsten Mittel dabei, um im Fall des Falles  behandeln zu können

Du bist mitten im Wald und ein Kind wird gestochen. Und jetzt? In deinem Rucksack, solltest du als Waldpädagoge und auch als Eltern mit Kind im Wald, ausnahmslos mit den wichtigsten Utensilien gegen Insektenstiche im Wald unterwegs sein. Im Normalfall dürfen Pädagogen keinerlei Medikament verabreichen deshalb lasse ich mir von meinen Waldeltern eine Genehmigung vorab geben, dass ich im Fall eines Insektenstiches angemessen verabreichen darf. Ich habe immer dabei:


Tipp 2: Zurückgelassene Stacheln und Beißwerkzeug sofort  entfernen

Die meisten Insektenstiche im Wald bringen nicht nur Gift in die Haut ein, sondern auch das entsprechende Gerät hierzu wird hinterlassen. Das sollte tunlichst raus.

Tipp 3: Pingelige Beobachtung des weiteren Verlaufs

Habe einen Blick auf die Atmung deines Kindes und die Einstichstelle. Auch noch Stunden später können eingebrachte Gifte echte Probleme verursachen. Behandel die Einstichstelle unbedingt weiter.

Ein Notfallplan für Insektenstiche im Wald, die lebensbedrohliche Symptome verursachen

Bekommt dein Kind Atemprobleme oder hat einen Schock setzte einen Notruf 112 ab. Dein Kind braucht sehr schnelle ärztliche Hilfe. Packe dein Kind nicht in dein Auto, sondern rufe den Notarzt. Das kann Leben retten.

Ein Plan für Waldkindergärten

Tipp 1: Nester sperren und zeitnah beseitigen

Insektenstiche im Wald können für Kinder sehr gefährlich sein. Entdeckte Erdwespennester sind unbedingt großräumig zu sperren und unmittelbar mit Hife des zustndigen Försters oder der Feuerwehr zu beseitigen. Gleiches gilt für Bienen oder Hornissennester, so sie in unmittelbarer Nähe eures Hauptstandortes sind. Hier geht Kindeswohl vor Naturschutz.

Tipp 2: Kinder für Insekten im Wald sensibilisieren

Unsere Kinder sind mit der Gefahr vertraut und werden angehalten bei Entdeckung umgehend Meldung zu machen. Das ist in der Realität mehrfach vorgekommen, dass unsere Vorschulkinder zu uns kommen, um vermehrtes Aufkommen, vor allem im Herbst, von Wespen zu melden. Wenn wir ihnen nachgehen, entdecken wir nicht selten ein Nest in der Nähe unseres Hauptstandortes. Jährlich mindestens ein Hornissen- und ein Erdwespennest.

Tipp 3: Es sollte einen Notfallplan, den alle Mitarbeiter kennen, geben

Besprecht im Team, wie ihr in einem Notfall agieren wollt. Hat jemand von euch eine Ausbildung für Notfallmaßnahmen am Kind? Wer beruhigt die Gruppe und wer das betroffene Kind? Kennt ihr die Funklöcher in eurer Umgebung, wenn ihr wandert und wie geht ihr damit um? Wer dokumentiert den Vorfall und wer informiert in welchem Fall wann die Eltern? Habt ihr eure potentiellen Notfälle schon einmal mit der hiesigen Feuerwehr besprochen? Kennen die Rettungskräfte die örtlichen Gegebenheiten und Zufahrtswege? Kennt ihr euch selber im Wald so gut aus, dass ihr Einsatzkräften eure Koordinaten durchgeben könnt?

Tipp 4: Alles dabei haben und Vorbild sein

Im Sommer im Wanderrucksack und auch am Standort alle erforderlichen Mittel zur Behandlung vor Ort oder dabeihaben. Und da war noch die Sache mit dem Vorbild: Hast du selber langärmelige Kleidung an? Trinkst du Apfelschorle, Cola oder Wasser? Ist deine Trinkflasche zu? Schlemmst du mit offener Brotzeitdose im Herbst Honigmelone und Marmeladenbrot mit Erdnussbuttertopping? Flanierst du barfüßig zu Wahrnehmungszwecken und Erdungserfahrungen über den Waldboden?

Welche Gefahren gibt es für Kinder im Wald?

Dieser Beitrag ist Teil 1 aus der Reihe Sicherheit für Waldkinder. Die anderen Blogbeiträge zu Gefahren im Wald findest du hier: 

Der Wald als forstwirtschaftlicher Raum

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Waldkindergartenkinder?

Zecken

Sonne und Ozon

Hat dir eine wichtige Information gefehlt oder möchtest du etwas fragen. Schreibe mir einen Kommentar ich antworte gerne.

Dein Waldschrat Iris

 

 

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Bildquelle Insekt https://pixabay.com

 

 

 

 

 

Wertschätzende Kommunikation, pädagogisches Qualitätsmanagement, du siehst auf dem Bild ein offenes freundliches Kind

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Wertschätzende Kommunikation – ein Leitfaden für Personal

Wertschätzende Kommunikation mit Kindern ist die Basis für die Arbeit im Kindergarten 

Kommunikation im Kindergarten ist ein heißes Eisen. Kann eine Leitung überhaupt Vorschriften machen, wie mit Kindern zu sprechen ist und wie das Personal miteinander zu sprechen hat? Darf es ein pädagogisches Qualitätsmanagement geben, das Mitarbeiter verpflichtet in einer bestimmten Art mit Kindern zu reden? Und wie erreicht Personal, das wenig Vorerfahrungen mit einer guten Kommunikation im Kindergarten hat, das erwünschte Niveau? Kinder, die in einen Kindergarten gehen, haben das Recht wertschätzend behandelt zu werden. Und Eltern haben zurecht den Anspruch ihre Kinder vertrauensvoll Tag für Tag in unsere Obhut zu geben. Wertschätzende Kommunikation mit Kindern ist zudem ein dehnbarer Begriff und immer dann Auslegungssache, wenn kein pädagogisches Qualitätsmanagement vorliegt. Das gilt auch für Waldkindergärten, in denen besondere Rahmenbedingungen vorliegen. 


Pädagogisches Qualitätsmanagement im Kindergarten – Haben Waldkindergärten das nötig?

Ja. Der Waldkindergarten hat die gleichen Aufgaben wie Hauskindergärten auch, die gleichen Probleme zwischen Menschen, mit denselben Konflikten und einen klaren Bildungs- und Erziehungsauftrag. Zudem schafft das Leben mit Kindern im Wald besondere Situationen, über die man sich möglichst geeinigt haben sollte. Wenn der eine schreit, weil er aus der Ferne sieht, dass gleich ein Stock in Richtung Gesicht fliegt, der andere mit der Glocke bimmelt und der dritte gelassen durchatmet, dann ist das für Kinder kein verlässliches Konzept. Auch die Hilfen bei Konflikten zwischen Kindern oder in der Selbstständigkeitserziehung sollten abgesprochen sein. Wann ist Gefahr im Verzug und erfordert einen „Übergriff“ und wie wird dieser kommuniziert? Über welchen Kommunikationsweg erfahren Kinder überlebenswichtige Regeln, wie „nichts vom Waldboden essen“, so dass sie nachhaltig sind? Ein Kind, das nicht wertschätzend behandelt wird und dir vertraut, wird nichts von den Dingen im Wald tun, die es unbedingt braucht, um dort sicher zu sein.

 

Pädagogisches Qualitätsmanagement ist Teamarbeit, übersichtlich und klar. 

Übersichtliche und klare Vorgaben

Du kannst über wertschätzende Kommunikation mit Kindern viel nachlesen. Alte Hasen sind sicher auch sehr geübt und erfahren auf diesem Gebiet. Und selbst ich alter Hase lerne noch jeden Tag dazu. Und die Erfahrenen tendieren dazu, da meine ich wirklich auch mich, ihre Mitarbeiter zu überfordern, weil ja alles so einfach ist. Nö. Wertschätzende Kommunikation ist schwer und will geübt sein. Besonders kniffelig: Sie ist zuerst eine Haltung und dann eine Methode und Haltung kann man Menschen schlecht lehren. Das pädagogische Qualitätsmanagement im Waldkindergarten sollte also einfach, übersichtlich und klar sein. Auch wenn es dich unter den Nägeln juckt und es noch viel mehr schöne Sachen gäbe. Dein Personal muss es ja auch umsetzen können. Und wenn du ein alter Hase bist, kannst du ja dein ganzes Repertoire Tag für Tag zeigen. Vorbild sein, ist eine gute Sache. 

Teamarbeit versus Vorlage

Eine inhaltliche und methodische Vorgabe für die Kommunikation im Kindergarten ist selten wirksam, wenn sie von oben nach unten geschieht. Im besten Fall wird es im Team entwickelt, reflektiert, korrigiert und weiterentwickelt. Wertschätzende Kommunikation kann nicht starr sein. Das ist ein Widerspruch in sich. Verbindlichkeit entsteht nicht nur durch die gemeinsame Erarbeitung, sondern auch durch Unterschrift. Alle Mitarbeiter, mich eingeschlossen, unterzeichnen gemeinsam entwickelte Vereinbarungen. Für die Einhaltung einer solchen Vereinbarung sind alle Teammitglieder eigenverantwortlich, für Korrekturen und Sanktionen die Leitung zuständig. Da Verfügungsstunden, in denen eine solche Arbeit gemacht werden kann, knapp bis gar nicht vorhanden sind, muss man vielleicht in den sauren Apfel beißen und eine Vorlage nehmen, die ungefähr passt und diese mit dem eigenen Team umarbeiten. Eine solche Vorlage kannst du hier nachlesen. Wenn du Freude an Beispielen hast, weil dir alles so theoretisch erscheint, stille deinen Durst nach Praxisbeispielen in meinem Blogbeitrag: Beispiele für erfolgreiche Kommunikation mit Kindern. 

Wertschätzende Kommunikation im Waldkindergarten Grünthal – Eine Vorlage

Wertschätzende Kommunikation fängt bei der inneren Haltung an

Jedes Kind, das zu uns in den Kindergarten kommt, hat bestimmte Fähigkeiten und Möglichkeiten. Es ist wie es ist und nicht wie irgendwer es sich vielleicht wünscht. Jedes Kind wird von uns in seiner Persönlichkeit akzeptiert und respektiert. Es ist uns bewusst, dass jedes Kind immer nach seinen Möglichkeiten agiert und versucht seine Bedürfnisse zu regulieren. Es ist unsere Aufgabe dem zu entsprechen. Kinder erhalten durch uns die Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu vertiefen und zu erweitern. 

Wir treffen den Unterschied wertfreier Annahme von Verhalten und Akzeptanz von Verhalten. Verstößt ein Kind mit seinem Verhalten zum Beispiel gegen eine Regel, wird dieses Verhalten wertfrei angenommen, aber nicht akzeptiert. 

Freundlichkeit, Gelassenheit, Klarheit und Verlässlichkeit in der Kommunikation mit Kindern ist unsere Grundhaltung. 

Es ist unsere Aufgabe einem Kind, das seine Bedürfnisse nicht befriedigen kann und deshalb sozial nicht gewünschte oder destruktive Verhaltensweisen zeigt, zu helfen eine eigenständige Lösungen zu entwickeln. 

Wir pflegen den Waldkindern gegenüber eine offene und neutrale Haltung und beobachten genau. Dies geschieht ohne Wertung und Vorurteile. 

 

Wie praktizieren wir wertschätzende Kommunikation?

Unsere Grundannahme ist es, dass Kinder über einen großen Schatz an Möglichkeiten verfügen und sie kompetent sind, Lösungen für Probleme zu entwickeln. Wir konzentrieren uns in der Kommunikation mit Kindern auf Hilfestellungen, die zu einer eigenen Lösung führen. 

Wir nehmen Blickkontakt mit den Kindern auf. Wenn es möglich ist, gehen wir auf körperliche Augenhöhe mit dem Kind. 

Wir verwenden Ich-Botschaften und wenn möglich keine Du-Botschaften.

Wer trennen Person und Verhalten – Freundlich und wertschätzend zur Person, klar und konsequent gegenüber Verhalten. 

Kinder erhalten von uns eine ehrliche Rückmeldung auf ihr Verhalten und dessen Wirkung auf andere. Auch geben wir anderen Kindern hierzu die Möglichkeit.

Bei jeder Form der Kommunikation ist das Ziel die Selbstwirksamkeit und Selbstständigkeit des Kindes zu fördern. 

Wir erwarten nichts von den Kindern, was wir nicht selber können. Zum Beispiel: Auch wir sagen Danke und Bitte.

Wenn wir einen Fehler gemacht haben, entschuldigen wir uns. 

Jeder Tag ist ein neuer Tag. Gelingt ein Tag nicht besonders gut, so ist der nächste Tag eine völlig neue Chance. 

 

Mittel der Kommunikation mit Kindern

Bei Gefahr im Verzug sind Schreien und körperlicher Zugriff erlaubt, wenn damit Schlimmeres verhindert werden kann. Im Anschluss daran, sollte ein klärendes Gespräch mit dem Kind stattfinden. Auch die Eltern müssen bei der Übergabe über solche Vorfälle informiert werden. 

Wir verpflichten uns auf Hilfsmittel, die es der Gruppe leicht machen, aufmerksam zu werden z.B: Glocke auf Wanderungen. 

Wir sprechen Kinder persönlich an und nicht die ganze Gruppe, wenn nur ein Kind unaufmerksam ist.

Wenn ein Kind eine Anforderung nicht stemmen kann, weil sie eine Überforderung darstellt, passen wir die Rahmenbedingungen bzw. die Situation an. Dabei darf dem Kind nicht ein Versagen vermittelt werden. Das Kind erhält die Botschaft, dass es um eine Hilfestellung geht. 

Sanktionen sollten den Kindern, die Möglichkeit einräumen, ihr Verhalten zu reflektieren.

Jedes Kind erhält von uns Trost und Fürsorglichkeit. Auch hier werden Kinder aus der Gruppe mit einbezogen, denn es ist stets Aufgabe der Gruppe für das Wohl ihrer Mitglieder zu sorgen. 

Wir geben aktive Hilfestellungen im Umgang mit Affekten. Dies bedeutet zunächst die Affekte zu akzeptieren, dann eine Situation herzustellen, die eine Kommunikation hierüber möglich macht. 

Wir achten auf unsere Körpersprache und Wortwahl und darauf, dass wir in einem guten Kontakt mit den Kindern stehen. Auch Humor und Wortspiele sind erlaubt. 

Wir sprechen deutlich und klar. 

Wir achten bei der Vermittlung von Regeln auf kindgerechte Formulierungen, die einprägsam sind. Regeln werden nicht über Sanktionen und Verbote vermittelt, sondern in Kinderkonferenzen erarbeitet. 

Das „Petzen“ von Kindern wird nicht bewertet. Wir verpflichten uns die Situation wahrzunehmen, zu interpretieren und angemessen zu reagieren. Die Vielfalt des „Petzens“ und die dahinter stehenden verschiedenen Situationen verlangen uns ab, situativ zu entscheiden, was eine angemessene Reaktion ist. 

Regeln für das Personal im Umgang miteinander vor Kindern

Wir verpflichten uns in Anwesenheit der Kinder nicht über andere Kinder oder Eltern zu sprechen.

Wir verpflichten uns das Handy nur in den davor vorgesehenen Pausen zu benutzen. Geht ein Anruf bei der Leitung ein, so geht diese zum Telefonieren außer Hörweite der Kinder. 

Gegenseitige Korrekturen oder Kritik sind in Anwesenheit von Kindern nicht gestattet. Ausnahme: Korrekturen bei Gefahr im Verzug sind erforderlich. 

Diese Regeln gelten auch für Besucher.

 

Was ist nicht erlaubt?

Alle Arten von Wertungen und Zuschreibungen. Beispiele: „Sei brav, du bist brav, du bist ein Zappelphilipp, nie schaffst du das“

 

Wie kann es Personal schaffen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden?

Üben. Noch mehr üben. Dauernd üben. Am besten es gibt schon jemanden in deinem Waldkindergarten, der es vormacht und dir hilft. Daran kannst du erkennen, ob derjenige selber wertschätzend kommunizieren kann, wenn er es schafft dich wohlwollend zu korrigieren. Freundlich zu dir, klar in der Sache. Übe zu Hause, übe beim Einkaufen, übe in deiner Familie. Fehler sind erlaubt, wenn du aus ihnen lernst. Wenn du an deiner inneren Haltung arbeiten möchtest oder dich mit dem Thema beschäftigen willst, gibt es eine Menge guter Literatur und auch Fortbildungen, die dich hierin unterstützten. Einige Hinweise findest du zum Beispiel bei Barbara Leitner. Wer sich in die Grundlagen einarbeiten möchte, dem kann ich folgendes Buch empfehlen:

 

Fehlt dir eine wichtige Information oder hast du Fragen? Ich freue mich über deinen Kommentar und antworte dir gerne.

Dein Waldschrat Iris

 

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Hundegestützte Pädagogik Ein NEufundländer hat Erdbeeren auf den Pfoten

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik – eine Chance für Förderkinder

Förderkinder sind sensibel. Sie merken schnell wenn man was von ihnen „will“ und sich einen Meta-plan mit lauter tollen Sachen macht. Konzipierte Stunden in der tragen immer das Risiko, das die Anforderung an die Förderkinder spürbar wird. Um so mehr freue mich jedes Mal wenn sich ganz unverhofft und spontan Situationen ergeben, in denen sich eine Tür zu einem Kind öffnet und einer meiner Hunde geradewegs hereinspaziert um bei der Entwicklung behilflich zu sein. So eine Gelegenheit gab es neulich. Eine Sternstunde für Karl und Brunhilde. Ein tolles Beispiel für hundegestützte Pädagogik.


Karl und die Erdbeeren 

Karl (Namen wurde geändert und der Beitrag von der Mutter genehmigt) geht in unseren Waldkindergarten und benötigt besondere Unterstützung. Besonders das Essen bereitet ihm wenig Freude, denn er hat eine mundmotorische Schwäche. Essen, kauen und vor allem schlucken sind gar nicht so einfach wie wir alle glauben. Alles muss erlernt werden. Wenn die Zunge, der Gaumen und der Zungengrund ihre Arbeit nicht abstimmen oder zu schwach sind, um ihre Arbeit zu  machen, dann erlebt ein Kind eine Reihe von Frustrationen. Geschmacksbildung, Spracherwerb, Mimik, Stimmbildung und Verdauung können beeinträchtigt werden. Wer nicht schlucken kann lehnt Lebensmittel, die ihm schwer fallen, ab. Wer Lebensmittel ablehnt, entfaltet nicht die Welt des Geschmacks. Wer seinen Speichel nicht kontrollieren, den Würgereiz nicht abstellen kann und dessen Sprache verwaschen ist, erlebt soziale Ausgrenzung. Es hängt eine Menge an unserem Mund. Karl braucht also viel Motivation und Hilfen seine Mundmotorik zu trainieren. Er ist entsprechend seiner Einschränkung verständlicherweise wenig motiviert neue und/oder auch für ihn schwierige Lebensmittel zu probieren. So auch im Falle von Erdbeeren oder überhaupt alle erdenkliche Sorten Beeren. Essen ist also stets eine Herausforderung.

Hundepädagogin Brunhilde und die Erdbeeren

Nun ist Brunhilde ja eine Neufundländerin. Ein bäriger Beerenfan. Beim Anblick von schmackhaftem Essen sabbert sie natürlich. Erst recht wenn es um Erdbeeren geht. So sieht sie mir und Karl zu, wie wir nach dem Mittagessen zum Nachtisch gemeinsam versuchen ein Mikrostück Erdbeere zu „schaffen“. Karl sieht wie Brunhilde auf ihrem Platz liegend die Erdbeeren anschmachtet und sabbert. Darf sie ja eigentlich nicht. Ich lasse es diesmal zu, denn es gibt da eine kleine Chance. Karl weiß von dem Zusammenhang sabbern und „Lust auf Essen“ wenn es um Brunhilde geht. Nachdem Karl seinen Minibissen Feuerwehrerdbeere gegessen hat, (wir planen einen Ausflug zur Feuerwehr in der nächsten Woche, darum heißen derzeit alle roten Beeren vorübergehend Feuerwehrbeeren) lege ich diese und noch eine weitere Erdbeere auf Brunhildes Vorderpfoten. Ich gebe ihr das Kommando: „Nein.“ Sie muss sich also zurücknehmen. Und sie sabbert und sabbert und sabbert. Karl ist fasziniert. „Wie kann man nur so wild auf Erdbeeren sein?“ Ein Mysterium für Karl. Diese kann man eigentlich gar nicht kauen und geschweigen denn schlucken. Brunhilde kann. Als ihre Freigabe „nimms dir“ kommt, kaut sie die Feuerwehrbeeren genüsslich und schluckt sie herunter. Ich wiederhole das ganze zwei Mal mit der Erklärung, dass Brunhilde Feuerwehrhund werden will und deshalb Feuerwehrbeeren liebt. Karl ist fassungslos, fasziniert und beeindruckt zugleich.

Karl und die Feuerwehrbeeren

Karl bringt jetzt jeden Tag eine Himbeere und eine Traube in seiner Brotzeitbox mit in den Waldkindergarten. Die hat er mit Mama gemeinsam eingekauft. Die Erdbeere bekommt er von mir und Brunhilde. Er hat sich fest vorgenommen bis zu unserem Feuerwehrbesuch jeden Tag drei Beeren zu schaffen. Brunhilde und ich und auch die anderen Waldkinder unterstützen ihn dabei.

Welche Potentiale hat die hundegestützte Pädagogik für Sternstunden?

Sternstunden sind nicht vorbereitet oder konzipiert. Sie ergeben sich aus dem Leben mit dem Hund. Sie öffnen dem Kind ein Tor zu Welt, das Resonanz ermöglicht. Eine Form, bei der es eine Chance sich Welt „anzuverwandeln“ ergibt. Etwas Unvorhersehbares geschieht und alle Beteiligten verändern sich ein Stück weit. Potentiale ergeben sich immer dann, wenn du als Pädagoge die Situation erkennst und vielleicht auch von deinem Plan abweichst. Morgen darf Karl Brunhilde die Feuerwehrbeere auf ihre Pfoten legen bevor er sein Mikrostück probiert.

Berichte mir von deinen Sternstunden!

Dein Walschrat Iris

 

Du siehst ein Kind, das sich eine nKorb über den Kopf gestülpt hat

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Und täglich grüßt das Schuldmurmeltier – Warum Schuld sich gewohnt anfühlt und warum ich sie im Waldkindergarten abschaffe

Du bist schuld! Ich bin nicht schuld! Der ist aber schuld! Wer hat schuld? Der hat angefangen! Dann habe ich…! Ich habe gehauen, weil der zuerst die Zunge raus gestreckt hat! Die Kategorie Schuld ist in unserer Gesellschaft tief verwurzelt. Als hätten unsere Waldkinder sie im Rucksack, direkt neben der Brotzeitdose links. Rucksäcke sind so verdammt schwer und mit Schuld beladen auch wenig nützlich zur Lösung von Konflikten. Warum?


Die Suche nach dem Schuldigen ist immer ein graben rückwärts ohne je am Erdmittelpunkt anzulangen

Theo schlägt Hans, weil der ihn Blödmann genannt hat. Hans hat Theo Blödmann genannt, weil der ihn heute Morgen auf den Fuß getreten ist. Theo hat Hans auf den Fuß getreten, weil Hans gestern geschubst hat. Der hat gestern geschubst, weil er von seinem Bruder daheim geschubst wurde. Der Bruder daheim hat geschubst, weil seine Mutter ihm wegen einer 5 in Mathe eine lautstarke Predigt gehalten hat. Die Mutter war lautstark, weil der Vater den Müll nicht rausbrachte und sie sich geärgert hat. Der Vater bringt nie den Müll raus, denn er musste als Kind immer schon den Müll rausbringen. Ja und irgendwann sind wir dann bei Adam, Eva und dem Apfel angelangt. Und jetzt? Bekommt Eva die Auszeit oder Theo?

Theo bekommt die Auszeit, egal was zuvor geschah

Denn: Schlagen gehört nicht zu den erlaubten Mitteln der Auseinandersetzung im Kindergarten. Die Auszeit ist aufzufassen als eine Zeit zum Besinnen, runter kommen, überlegen. In den allermeisten Fällen schicke ich die Kinder mit einer, nämlich ihrer Frage, je nach Situation, in die Auszeit. An welcher Stelle hättest du etwas anders machen können? Was hättest du anders machen können? Wie kannst du das wieder gut machen? Wie geht es jetzt besser weiter? Wann und wie hätte der andere merken können, dass du dich ärgerst?

Kann und soll ein Pädagoge Schuld überhaupt rekonstruieren?

Nein. Er müsste dann ja alle Kommunikationsprozesse aller Kinder zu allen Zeiten in gleicher Qualität mitbekommen. So eine Art Big Brother für Kinder.

  • Erstens: in der sozialen Realität nicht machbar.
  • Zweitens: Auch für Kinder eher eine Zumutung als eine fruchtbare Situation, denn die haben ein Recht auf Zeiten ohne Lauschangriff.
  • Drittens: Er müsste dann, um die Schuldfrage bis Eva zurückzuverfolgen, ein Elefanten(horden)gedächtnis haben.
  • Viertens: Er müsste richten. Ein Urteil sprechen. Eher ein Gebiet, das der Juristerei zufällt.

Die Kuschelpädagogik ist das schnuckelige Kleid der Schuld

Wir sollten alle gut miteinander auskommen, uns an Regeln halten, es sollte Gerecht zugehen, wir haben uns alle lieb, es gibt Gut und Böse. Und es sollte sich am besten alles kuschelig anfühlen und wer die Waltons-Atmopshäre stört, wird sanktioniert. Der ist Schuld. „Gute Nacht John Boy“. Kinder verhalten sich aber so ganz und gar nicht wie die Waltons.  Wer schon einmal auf einem Spielplatz den Kindern beim Spielen und den Eltern beim Eingreifen zugeschaut hat weiß: dort spielen sich ganze zivilrechtliche Prozesse ab. Alle Seiten werden angehört, Zeugen befragt, Anwälte halten Plädoyers,  es gibt Verhandlungsunterbrechungen, in denen sich die Anwälte mit Außenposten via Whatsapp beraten. Sie enden mit einem klaren rekonstruierten Schuldigen. Der kriegt im schlimmsten Fall einen Platzverweis und muss in irgendeiner Art Buße tun.  Das Wort Ent-schuldigung sagt es ja bereits.  Kinder üben Streit, Eltern üben Richter. Kinder lernen dann nicht streiten, sondern Schuld. Wer haut, zündelt, spuckt oder tritt statt kuschelt, dem wird der Prozess gemacht.  Basta. (PS: Die Waltons ist eine US-amerikanische Familienserie, die  Leben einer Großfamilie  beschreibt.)

Die Resonanzpädagogik ist er Altkleidersack für das schnuckelige Kleid

Wir gestalten den Rahmen des Kindergartens so, dass Kinder hierin geschützt streiten üben dürfen. Konflikte sind wichtig. Die darin vorkommenden Gefühle, wie Macht und Ohnmacht, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Wut und Ärger, sich Einsetzen für eigene und fremde Belange sollten sein. Konflikte bringen Lösungen hervor, öffnen den Blick nach vorne. Kinder sind nicht qua Geburt gerecht oder ungerecht. Moral und einen Sinn für Regeln entwickelt sich erst in der sozialen Realität mit anderen. Und die ist mitunter nicht immer nur angenehm in der lebendigen Kommunikation. Und die wird geübt, geübt, geübt. Lebendig bedeutet: sie trägt Unwägbarkeiten in sich, sie ist dynamisch, es geht auch einiges schief, sie lässt Fehlverhalten zu, sie reflektiert, sie lässt Luft für kreative Lösungen, sie schaut nach vorne und nicht zurück, sie sucht nicht nach Schuldigen, sondern nach Lösungen, zielt auf Resonanz und nicht auf Harmonie. Der Pädagoge ist Teil des Geschehens, dynamisch, eigenverantwortlich und in wertschätzender Kommunikation mit den Kindern. Er gräbt nicht zum Erdmittelpunkt, sondern gibt Hilfen und Impulse, er hat Humor und einen Draht zu den Kindern, er schützt vor Unzumutbarkeiten und ist Vorbild im eigenen Streitverhalten. Er hat ein aufrichtiges Interesse daran von Kindern zu lernen und sich inspirieren zu lassen. Er hält Streit aus und wägt Interventionen gut ab. Regelverstöße sind nichts weiter als Regelverstöße. Sie haben nichts mit dem Gefühl Schuld, gut oder böse gemein.

Und täglich grüßt das andere Murmeltier

Jeden Tag legen wir neben die Brotzeitdose links einen Fingerhut voll Resonanz. Die ist nämlich so leicht wie Helium. Irgendwann dann wird der Rucksack leichter und die Schuld geht auf irgendeiner unserer Wanderungsbewegungen durch den Wald verloren. Und wer Lust hat, Konflikte bis zu Adam und Eva zurückzuverfolgen kann sie mit nach Hause nehmen und dort mit der Familie, mit den Nachbarn, dem Chef, den Arbeitskollegen, den Radelfahrern, Hundebesitzern oder sonstwem gemeinsam hegen und pflegen. Wer keine Lust hat ist herzlich eingeladen von unseren Waldkindern zu lernen, denn die haben das schon richtig gut drauf mit dem Streiten und der Resonanz.

Dein Waldschrat Iris

Wie denkst du über das Thema Schuld im Kindergarten? 

 

 

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Biberforschung im Waldkindergarten

In meinem Waldkindergarten gehen wir regelmäßig Wandern. Unser großes Glück: Wir wohnen Tür an Tür mit zwei Biberfamilien. Da ist es ein leichtes das Forscherherz der Kinder für das Thema Biber zu entfachen. 

 


Warum brechen dem Biber die Zähne beim Baum fällen nicht ab?

So die Frage vieler Kinder nach der Biberwanderung. Wenn wir mit unseren Zähnen Bäume fällen, brechen die doch ab oder? Wie macht der das? Das Forscherherz der Kinder war geweckt und das sind natürlich die Momente, in denen das Pädagogenherz hüpft. Also nix wie hin in meinen großen Keller und in der Rubrik naturwissenschaftliche Bildung wühlen. Am nächsten Tag bin ich einem Biberschädel, einem Biberfell, einem Fundstück mit Nagespuren und sämtlichen Büchern angerückt. Unsere Waldkindergartenkinder haben damit die ganze Woche Biberforschung betrieben.

Darum müssen Biber keine Zähne putzen. Wie unfair

Biber haben nämlich ständig nachwachsende Zähne mit einem absolut eisenharten Zahnschmelz. Die Kinder konnten den mitgebrachten Schädel untersuchen und die nachwachsenden Zähne herausziehen. Schwer beeindruckt von der Länge der Zähne und dem orangefarbenen Zahnschmelz diskutierten sie wieso denn bisher kein Mensch herausgefunden habe, wie sowas funktioniert. Zitat: „Also ich werde Wissenschaftler und erfinde so eine Zahncreme. Dann braucht man ja höchstens einmal im Jahr die Zähne putzen. Ich nenne die dann Biberzahncreme. Nur orange kann die nicht sein. Das sieht ja blöd aus“.

Wie ist der denn hier ums Leben gekommen? Warum bringt man die um?

Während der Forschung in der Kleingruppe fragten sich die Kinder natürlich, wie kommt die Iris an so ein Fell und einen Schädel. Gegenfrage: „Was denkt ihr denn?“. Antworten: „Der war schon sehr alt und ist gestorben“, „der ist zusammen gefahren worden“, „der wurde erschossen und gegessen“, „jemand hat gefroren und ihn wegen dem Fell umgebracht“, „der ist bei dem Kampf um sein Revier ums Leben gekommen“. Ich brauchte nichts mehr hinzuzufügen alles stimmt. Man muss nur die Kinder fragen.

„Ich würde mir aus dem Biber ein Kopfkissen machen, ist so schön weich.“

Die Kinder waren fasziniert von dem weichen Fell. „Fast so weich wie das von der Brunhilde. Aber nur fast“. Die haptische Begegnung mit dem Fell haben die Kinder sehr genossen. Einige haben es sich nicht nehmen lassen das Fell mit dem Gesicht zu ergründen. Die Augen wurden gesucht, die Ohren inspiziert und der Schädel unter das Fell gelegt, um zu sehen wie der Biber wohl ungefähr ausgesehen hat. Sternstunden für mich. Kinder sind Forscher und wenn man sie lässt und die Antworten nicht gleich raus haut, dann gehen sie jeder Sache auf den Grund. Sie machen sich die Welt zu eigen. Das ist mehr als bloßer Wissenserwerb. Und wenn man, so wie ich jeden Tag dabei sein darf, verändert man sich mit den kleinen Forschern mit. Ich weiß jetzt „Die Welt braucht Biberzahncreme“. Da hätte ja eigentlich längst ein Erwachsener drauf kommen können.

Dein Waldschrat Iris

 

Eine tolle Bibergeschichte , die sehr ans Herz geht. 

 

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Biberwanderung. Man sieht Kinder, die um einen von einem Biber gefällten Baum sitzen und staunen.

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Unsere Biberwanderung

Das Wandern ist des Waldschrats Lust

Das Wandern ist für unsere Gruppe ein wichtiger Bestandteil des Walderlebens. Wir erforschen unsere Wege zu allen Jahreszeiten, Jahr um Jahr. Die Kinder sind stolz darauf sich im Wald auszukennen, die Wege zu finden, lange Strecken laufen zu können und den Wald so gut zu kennen, dass die kleinen und großen Veränderungen auffallen. So auch heute. Unsere Route zum „grünen Platz“ führt an einem Biotop vorbei. Höchst persönlich errichtet von unserem Freund, dem Biber. Der erste Besuch unsererseits in diesem Jahr. Aber:

Wo ist unser Biber hin?

Als wir an seinen Bau herantraten machte dieser einen ungepflegten und verlassenen Eindruck. Unser Biber würde niemals in so einer „Bruchbude“ wohnen. Wir machte uns auf die Suche. Wilde Spekulationen über ein mögliches Ableben, einen Unfall oder eine Auswanderung machten die Runde. Auf dem Weg entlang des Bibersees haben wir dann frische Biber-Sägespäne und einen umgelegten Baum entdeckt. Puh. Erleichtert. Hier tut sich etwas. Auch einige picobello restaurierte Lehmdämme konnten wir zählen. Es muss ihn also geben. Aber wo?

Die Entdeckung

Wir wanderten und wanderten und entdeckten ganz am Ende der „Biberseenplatte“ einen neuen Abschnitt. Sehr sorgfältig hatte er ein neues Stück Wald angestaut und es sich dort in einer neuen Biberburg gemütlich gemacht. Top ordentlich und gepflegt, sowie es seiner Biberfrau (Biber leben nämlich monogam) sicher gefällt. Wir sind uns absolut sicher: Im Mai wird es Nachwuchs geben. Darauf sind wir gespannt.

Der grüne Platz und das Picknick

Um 12.oo Uhr sind wir dann an unserem grünen Platz angekommen. Dort wurde kurzer Hand in Eigenregie ein Biberbau nachgebaut. Wald-Ingenieure sind hungrig und deshalb haben sie das komplette Picknick dann auch weggeputzt. Obwohl der Wanderweg einige Steilhänge hatte, haben alle Kinder den Rückweg gut geschafft und konnten die Zeit noch mit ratschen genießen. Einige fanden auf die schnelle noch ein paar Dinospuren, andere einen Berg Federn und wieder andere packten sich die Hosentaschen voll mit Biber-Sägespänen.

Ein wirklich toller Frühlingstag

Eine tolle Bibergeschichte -last minute Ostergschenk- , die sehr ans Herz geht

 

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Hundepädagogik: Junge mit großem braunen Hund im Waldkindergarten

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik Regeln für Kinder, die mit einem Hund im Waldkindergarten zusammenleben

In der hundegestützten Pädagogik zur arbeiten macht mit große Freude. Als Neufundländerin ist es toll, den ganzen Tag mit meinem Frauchen im Wald unterwegs zu sein. Den ganzen Tag mit so vielen kleinen Menschen unterwegs zu sein ist ganz schön anstrengend für mich. Damit ich langfristig Lust auf meine Arbeit habe und die Waldkindergarten Kinder wissen, wie sie mich behandeln sollen, hat sich ein Regelgedicht mit den Kindern gemeinsam gemacht. Das gefällt mir richtig gut. 


Los gehst mit dem Regelreim aus dem Waldkindergarten Grünthal 

[in den eckigen Klammern findest du die Erklärung]

 

Wenn Brunhilde ruht mit den Augen auf oder zu,

lasse ich sie  in Ruh.

[Ruheplatz für den Hund, also mich,  und Respekt vor Ruhezone seitens der Kinder ist unabdingbar]

 

Sie darf sich jeden Stock krallen,

drum lasse ich ihn geschwind fallen.

[dies ist eine sehr gute Übung für die Begegnung mit fremden Hunden. Meine Waldkinder haben dies nach wenigen Monaten bereits im ff. So werden sie bei einer riskanten Begegnung mit einem fremden Hund, den Gegenstand des Interesses -Spielzeug, Butterbrot, Eis, Teddybär- direkt fallen lassen]

 

Sitz, Platz, Bleib, Komm und Leg dich hin

macht nur mit Iris zusammen wirklich Sinn.

[Die Kinder können auf diesem Weg schon einmal die wichtigsten Kommando ganz neben bei lernen. Sie dürfen mir keine Kommandos geben. Damit würde ich meinen Grundgehorsam rasch verlieren. In Settings, bei denen mein Frauchen dabei ist, dürfen die Kinder je nach Lernziel mit Iris gemeinsam und kontrolliert Kommandos geben.]

 

Meine Brotzeit ist nur für mich alleine,

davon bekommt Brunhilde keine.

[Meine Waldkinder lernen bei mir, was ein Hund zu fressen und zu trinken bekommt. Die Verlockung die Brotzeit mit mir zu teilen ist groß. Dieser Verlockung sollte mir zu liebe nicht nachgegeben werden. Zudem würde ich das Betteln lernen, was auf meiner Agenda für eine Hundepädagogin wie mich kein Lernziel ist.]

 

Fangen spielen wäre schön,

für Brunhilde passt es besser gemütlich spazieren zu gehen.

[Für Kinder und Hunde ist es attraktiv sich einander nachzulaufen. Das ist nicht nur gefährlich und fördert den Jagdtrieb, sondern wäre auch in der Begegnung mit einem fremden Hund absolut riskant. Fangen spielen ist also tabu. Ausnahmslos]

 

Höchsten zwei Kinder streicheln sie ganz sanft und toll,

davon hat sie nie die Nase voll.

[Ich sehe auf vielen Bildern im Internet und Büchern oftmals wie zahlreiche Menschen den Hund gleichzeitig anfassen. Meist im Stehen und über ihn gebeugt. Auch in hundepädagogischen Settings. Das ist für mich in jedem Fall Stress, auch wenn ich gelernt habe es auszuhalten. Diesen Stress kann man mir sparen, ohne das ein Kind zu kurz käme.]

 

Festes Umarmen und das Anfassen im Gesicht kommen ihr komisch vor,

deswegen kraule ich sie gerne hinterm Ohr, und am Bauch das mag sie auch.

[Kinder und auch Erwachsene fassen Hunden gerne von oben über den Kopf oder die Schnauze. Für einen Hund ist das keine positive Geste. Wir machen viele Streichelspiele und diesen Reim, damit ich keine Strapazen durch Stress verursachendes Anfassen erlebe und die Kinder trotzdem Freude haben]

 

 

Deine Brunhilde

Wenn du Fragen zum Thema Hund im Waldkindergarten hast, schreibe mir! Ich antworte gerne. 

 

 

hundegestützte Pädagogik man sieht Kinder, die einen großen braunen Hund streicheln

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik – Wie vermittel ich Regeln im Umgang mit dem Hund?

Verbote sind verboten, sie machen in den Köpfen nämlich Knoten

Egal um welche Art von Regelvermittlung es geht. Ein „Gehirn“ hört das „Nicht“ nicht. Beispiel. Wenn ich möchte, dass ein Kind nicht durch die Pfütze stapft, dann macht der Satz „Gehe da nicht durch“ wenig Sinn. Die Negation ist wenig wirksam. Das Gehirn überhört das „Nicht“.  Ich habe deshalb in den allermeisten Fällen positive Formulierungen für Regeln. Im Pfützenfall: „Gehe bitte an der Pfütze vorbei“. So hört das Kind, was es machen soll und nicht, was es lassen soll.

Regeln als Reim, da flutscht das Wissen leichter in den Kopf hinein

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Regeln gemeinsam mit den Kindern zu dichten. Das ist eine Merkhilfe und kann gut umgesetzt werden. Die Kinder haben oftmals große Freude an Gedichten und sind stolz wenn sie es können. Ich kann es außerdem zur Auffrischung gut im Morgenkreis üben. Unsere schlauen Füchse (Vorschulkinder) haben es mit Hilfe eines Gedichtes leicht den Haselmäusen (3-4 Jährige) und Eichhörnchen (4-5 Jährige), bei dem Erlernen der Regeln zu helfen. Außerdem: Wer ein Gedicht kann, ist ein kleines Stück weiter auf dem Weg zum Hundeführerschein und erhält in seinem Haselmaus- oder Eichhörnchenpass eine Brunhildentatze in Form eines Stempels.

Bilder selber machen und schon wird die Motivation entfachen

Wir fotografieren gemeinsam mit den Kindern die Regelfotos. Die Waldkinder erleben sich hierbei als Mitgestalter der Regeln und bekommen sie nicht einfach von uns auferlegt. Sie können während des Fotografierens Fragen stellen. Sie sind sehr motiviert und wollen alles richtig machen. Wenn wir die Fotos erstellen, auf denen Dinge zu sehen sind, wie man sich nicht verhalten sollte, ist Brunhildes Unbehagen unmittelbar während des Fotografierens spürbar für unsere Waldkindergartenkinder. Später können sie sich auf den Regelfotos wieder erkennen und damit identifizieren.

Brunhilde hat ein schönes Leben und mir wird der Hundeführerschein gegeben

Dass Brunhilde ein schönes Leben hat, ist sicher ein ehrenwertes Ziel, warum sich unsere Waldkinder an Regeln halten sollten. Es ist doch toll, wenn auch die Kinder etwas davon haben, wenn sie sich an Regeln halten, sich soviel Mühe machen und sich als kompetent erweisen. Deshalb gibt es bei uns einen kleinen Hundeführerschein für die Haselmäuse, einen großen für Eichhörnchen und die schlauen Füchse dürfen einen Trainerschein machen. Das bedeutet, sie helfen mit bei dem Hundeführerschein für die Kleinen. Sie dürfen Gedichte weitergeben, im Umgang mit dem Hund Vorbild sein, extra Übungen absolvieren und die Jüngeren sogar auf die Prüfung vorbereiten und abnehmen. So wird das Hundewissen von einer Kindergeneration an die nächste weiter geben. Sie erleben sich als selbstwirksam und wichtig. Meine Rolle hierbei ist es einen Rahmen herzustellen, in dem Kinder Kindern helfen und lehren können.

Dein Waldschrat Iris

Kinderkonferenz

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Eine Kinderkonferenz zum Thema Geburtstagsgeschenke im Waldkindergarten

Aber wie jetzt? Nachhaltig, nix Gekauftes, etwas wirklich Brauchbares, kein Bastelkrimskrams (die Sache mit dem Personal übt Scherenschnitt entfällt bei uns), gerecht, von Herzen geschenkt? Da hilft keine Teamsitzung. Kinder fragen und  Kinderkonferenz zum Thema Geburtstagsgeschenke durchführen. Und wer sonst, als unseren tollen Waldschrate, soll sich so tolle Geburtstagsgeschenke ausdenken?


Unsere Waldschrate wünschen sich Gutscheine

Wir trafen und im Tipi und hielten eine Kinderkonferenz. Sehr schnell entschieden sich unsere Waldschrate für Gutscheine. Auch was sie inhaltlich festlegten ging rucki zucki. Sie haben uns mit ihren Ideen absolut überzeugt. 

  • Rucksackservice (der Rucksack wird von uns getragen, ausgepackt, eingepackt, zurückgetragen)
  • Männertag mit Waldarbeiten (Nikolaus macht mit Werkzeug Waldarbeiten und der Gutscheininhaber hilft)
  • Nachspeise vor Hauptspeise
  • Ein Mittagessen wünschen
  • Ein Tag auf der „Leitungsbank“ sein dürfen
  • Eine Jeepsafari (Das Kind darf mit einem Elternteil mit unserm Jeep morgens in den Wald fahren und alle Utensilien an den Platz bringen)

Selbst gebastelte Gutscheinbox

Die Gutscheinbox haben die Kinder selber gebastelt und mit Moos befüllt. Wir haben die Box seit sechs Monaten im Test und sie kommt super an!

Allerdings schummeln wir ein wenig. Wir bemühen uns vorher herauszufinden welchen Gutschein sich ein Kind wünscht. Den hat es dann immer wie gezaubert auch in der Box. Die beliebtesten sind Gutscheine sind „Männertag“, auch bei den Mädchen und „Jeepsafari“ (am liebsten mit Beifahrerin Brunhilde wie unten zu sehen ist. Während der Fahrt natürlich in der Hundebox)

Dein Waldschrat Iris

Welche Erfahrungen und Ideen habt ihr mit dem Thema nachhaltige Geburtstagsgeschenke im Waldkindergarten? 

 

 

 

 

das geheime leben der bäume, Baumflüsterer, Peter Wohlleben, Bäume verstehen.Man sieht ein Pärchen vor Bäumen

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Kannst du Bäume verstehen? Literaturempfehlung

Peter Wohlleben kann Bäume verstehen, erklärt ihre Gefühle und wie sie miteinander sprechen

Als Waldschrat fühle ich mich natürlich unter Bäumen am wohlsten. Ich habe ja sogar meine Hochzeit unter Bäumen gefeiert. Doch wie ticken Bäume eigentlich? Das, was ich bisher nur geahnt oder beobachtet habe, hat nun endlich jemand aufgeschrieben. Peter Wohlleben kann nicht nur Bäume verstehen, sondern er kann diese Sprache auch den Menschen erklären. In seinem Buch Das geheime Leben der Bäume – was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt sieht man den Wald durch seine Augen und fühlt sich alsbald selber wie ein Baumflüsterer. 


Kann ein Buch über das geheime Leben der Bäume spannend sein?

Ja. Wusstest du, das Bäume zusammenarbeiten und sie Freundschaften pflegen? Das tun sie. Wer jetzt an eine esoterische Weltanschauung denkt oder gar glaubt Bäume seien wie Menschen, der irrt. Peter Wohllebens Erläuterungen sind, soweit ich das beurteilen kann, naturwissenschaftlich begründet. Und die Begriffe Freundschaft und Zusammenarbeit entstammen der menschlichen Sprache. Peter Wohlleben bedient sich ihrer, so macht er sich zum Baumflüsterer, der für den Wald wirbt und das zurecht. Quasi wie ein Dolmetscher zwischen Menschen und Wald. Und das gelingt ihm verdammt gut. Es gibt keine Stelle, die mich gelangweilt hat oder die ich hätte überspringen wollen. Das schaffen wenige. Dieses Buch ist mit Herzblut, klarem Sachverstand und einem reichen Erfahrungsschatz geschrieben. 

Was erfährst du über das geheime Leben der Bäume?

Du erfährst, wie sie sich gegenseitig über chemische Duftstoffe vor Insektenbefall warnen und wie sich die gewarnten Nachbarn in aller Schnelle mit Bitterstoffen dagegen wehren. Du kannst nachlesen wie Bäume mit Hilfe von Pilzen, die die Bäume wie eine Art Netzwerk miteinander verbinden, Nährstoffe austauschen. Vor allem dann, wenn es dem Nachbarbaum schlecht geht. Das gleiche Pilznetzwerk dienst als Frühwarnsystem für Gefahren. Bäume leben also immer in einer sozialen Gemeinschaft und sind nur in dieser miteinander lebensfähig. Übrigens: So manche Scheibe könnte sich der Mensch von den Bäumen abschneiden, nicht zum verbrennen, sondern eher sprichwörtlich. Du liest wie der Überlebenskünstler Baum sich an die Rahmenbedingungen angepasst hat, um sein Überleben kämpft, anderen zum Leben hilft, wie er altert und wie er stirbt. Wer nach dem Lesen des Buches noch der Meinung ist, der Baum sei eine Sache, hat die wesentlichen Seiten ausgelassen. 

Über den Baumflüsterer Peter Wohlleben 

Peter Wohlleben ist Förster und Naturschützer. Er schafft es, in seinem Buch die Bäume und den Wald als Gesamtsystem, auch für den Laien lesbar, in einem neuen Licht zu präsentieren. Beeindruckt hat mich die Menge an neuen Informationen, die meine Sicht auf den Wald verändert haben. Die Abwesenheit von esoterischen Erklärungsmodellen hat mir gut getan, denn naturwissenschaftliche Sichtweisen haben dem Wald und auch mir gefehlt. Das mag darin begründet sein,  dass ich Wissenschaftlerin bin. Wer also Esoterik mag, Finger weg von diesem Buch. Hier geht es um harte Fakten in toller Sprache verpackt. Ich konnte während der Lektüre an Respekt und innerer Verbundenheit dem Wald gegenüber dazu gewinnen. Auch der Autor ist gewachsen. Er macht keinen Hehl aus seinem eigenen Wandel. Seine Liebe und Nähe zu Bäumen sind in jeder Zeile spürbar, ohne dass er sich in Romanik verirrt. Die zahlreichen für mich neuen Erkenntnisse haben meine innere Haltung bei jedem Schritt, den ich jetzt durch den Wald gehe, sehr verändert. Mehr über den Autor erfährst du auf seiner Hompage.

Wer sollte das geheime Leben der Bäume lesen? 

Menschen, die Bäume verstehen möchten oder sollten. Wer wissen möchte, was der Wald alles kann, wie er kommuniziert, wie beeindruckend Bäume miteinander leben und wie sie aufeinander angewiesen sind, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Eigentlich eine Pflichtlektüre für alle Wald- und Naturpädagogen, interessierte Eltern und Menschen, die in der Forstwirtschaft tätig sind. 

Dein Waldschrat Iris 

 

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