Du möchtest gerne mehr über Hundegestützte Pädagogik erfahren?

Hier bekommst du alle wesentlichen Informationen dazu

Gerade in Waldkindergärten kommt es häufiger vor, dass Hunde ein fester Bestandteil des Waldpersonales sind.
Doch einfach nur den eigenen Hund mit in den Kindergarten zu nehmen, macht noch lange keine hundegestützte Pädagogik daraus.
Um einen Hund pädagogisch sinnvoll einzusetzen, braucht man das nötige Fachwissen dazu.
Auch, eignet sich nicht jeder Hund gleichermaßen dafür, die Grundausbildung des Hundes sei mal voraus gesetzt.
Auf unserem Blog waldkindergarten.life kannst du erfahren, wie Hundegestützte Pädagogik im Waldkindergarten funktioniert und worauf man unbedingt achten sollte.
Dr. Iris Osswald-Rinner und Neufundländer Dame Brunhilde berichten euch live aus ihrem Alltag und zeigen euch wie es richtig geht.
Hier erfährst du, wie auch du deinen Hund sinnvoll im Kindergarten einsetzten kannst und ob es überhaupt mit deinem Vierbeiner möglich ist.

 

Hundegestützte Pädagogik Ein NEufundländer hat Erdbeeren auf den Pfoten

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik – eine Chance für Förderkinder

Förderkinder sind sensibel. Sie merken schnell wenn man was von ihnen „will“ und sich einen Meta-plan mit lauter tollen Sachen macht. Konzipierte Stunden in der tragen immer das Risiko, das die Anforderung an die Förderkinder spürbar wird. Um so mehr freue mich jedes Mal wenn sich ganz unverhofft und spontan Situationen ergeben, in denen sich eine Tür zu einem Kind öffnet und einer meiner Hunde geradewegs hereinspaziert um bei der Entwicklung behilflich zu sein. So eine Gelegenheit gab es neulich. Eine Sternstunde für Karl und Brunhilde. Ein tolles Beispiel für hundegestützte Pädagogik.


Karl und die Erdbeeren 

Karl (Namen wurde geändert und der Beitrag von der Mutter genehmigt) geht in unseren Waldkindergarten und benötigt besondere Unterstützung. Besonders das Essen bereitet ihm wenig Freude, denn er hat eine mundmotorische Schwäche. Essen, kauen und vor allem schlucken sind gar nicht so einfach wie wir alle glauben. Alles muss erlernt werden. Wenn die Zunge, der Gaumen und der Zungengrund ihre Arbeit nicht abstimmen oder zu schwach sind, um ihre Arbeit zu  machen, dann erlebt ein Kind eine Reihe von Frustrationen. Geschmacksbildung, Spracherwerb, Mimik, Stimmbildung und Verdauung können beeinträchtigt werden. Wer nicht schlucken kann lehnt Lebensmittel, die ihm schwer fallen, ab. Wer Lebensmittel ablehnt, entfaltet nicht die Welt des Geschmacks. Wer seinen Speichel nicht kontrollieren, den Würgereiz nicht abstellen kann und dessen Sprache verwaschen ist, erlebt soziale Ausgrenzung. Es hängt eine Menge an unserem Mund. Karl braucht also viel Motivation und Hilfen seine Mundmotorik zu trainieren. Er ist entsprechend seiner Einschränkung verständlicherweise wenig motiviert neue und/oder auch für ihn schwierige Lebensmittel zu probieren. So auch im Falle von Erdbeeren oder überhaupt alle erdenkliche Sorten Beeren. Essen ist also stets eine Herausforderung.

Hundepädagogin Brunhilde und die Erdbeeren

Nun ist Brunhilde ja eine Neufundländerin. Ein bäriger Beerenfan. Beim Anblick von schmackhaftem Essen sabbert sie natürlich. Erst recht wenn es um Erdbeeren geht. So sieht sie mir und Karl zu, wie wir nach dem Mittagessen zum Nachtisch gemeinsam versuchen ein Mikrostück Erdbeere zu „schaffen“. Karl sieht wie Brunhilde auf ihrem Platz liegend die Erdbeeren anschmachtet und sabbert. Darf sie ja eigentlich nicht. Ich lasse es diesmal zu, denn es gibt da eine kleine Chance. Karl weiß von dem Zusammenhang sabbern und „Lust auf Essen“ wenn es um Brunhilde geht. Nachdem Karl seinen Minibissen Feuerwehrerdbeere gegessen hat, (wir planen einen Ausflug zur Feuerwehr in der nächsten Woche, darum heißen derzeit alle roten Beeren vorübergehend Feuerwehrbeeren) lege ich diese und noch eine weitere Erdbeere auf Brunhildes Vorderpfoten. Ich gebe ihr das Kommando: „Nein.“ Sie muss sich also zurücknehmen. Und sie sabbert und sabbert und sabbert. Karl ist fasziniert. „Wie kann man nur so wild auf Erdbeeren sein?“ Ein Mysterium für Karl. Diese kann man eigentlich gar nicht kauen und geschweigen denn schlucken. Brunhilde kann. Als ihre Freigabe „nimms dir“ kommt, kaut sie die Feuerwehrbeeren genüsslich und schluckt sie herunter. Ich wiederhole das ganze zwei Mal mit der Erklärung, dass Brunhilde Feuerwehrhund werden will und deshalb Feuerwehrbeeren liebt. Karl ist fassungslos, fasziniert und beeindruckt zugleich.

Karl und die Feuerwehrbeeren

Karl bringt jetzt jeden Tag eine Himbeere und eine Traube in seiner Brotzeitbox mit in den Waldkindergarten. Die hat er mit Mama gemeinsam eingekauft. Die Erdbeere bekommt er von mir und Brunhilde. Er hat sich fest vorgenommen bis zu unserem Feuerwehrbesuch jeden Tag drei Beeren zu schaffen. Brunhilde und ich und auch die anderen Waldkinder unterstützen ihn dabei.

Welche Potentiale hat die hundegestützte Pädagogik für Sternstunden?

Sternstunden sind nicht vorbereitet oder konzipiert. Sie ergeben sich aus dem Leben mit dem Hund. Sie öffnen dem Kind ein Tor zu Welt, das Resonanz ermöglicht. Eine Form, bei der es eine Chance sich Welt „anzuverwandeln“ ergibt. Etwas Unvorhersehbares geschieht und alle Beteiligten verändern sich ein Stück weit. Potentiale ergeben sich immer dann, wenn du als Pädagoge die Situation erkennst und vielleicht auch von deinem Plan abweichst. Morgen darf Karl Brunhilde die Feuerwehrbeere auf ihre Pfoten legen bevor er sein Mikrostück probiert.

Berichte mir von deinen Sternstunden!

Dein Walschrat Iris

 

Hundepädagogik: Junge mit großem braunen Hund im Waldkindergarten

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik Regeln für Kinder, die mit einem Hund im Waldkindergarten zusammenleben

In der hundegestützten Pädagogik zur arbeiten macht mit große Freude. Als Neufundländerin ist es toll, den ganzen Tag mit meinem Frauchen im Wald unterwegs zu sein. Den ganzen Tag mit so vielen kleinen Menschen unterwegs zu sein ist ganz schön anstrengend für mich. Damit ich langfristig Lust auf meine Arbeit habe und die Waldkindergarten Kinder wissen, wie sie mich behandeln sollen, hat sich ein Regelgedicht mit den Kindern gemeinsam gemacht. Das gefällt mir richtig gut. 


Los gehst mit dem Regelreim aus dem Waldkindergarten Grünthal 

[in den eckigen Klammern findest du die Erklärung]

 

Wenn Brunhilde ruht mit den Augen auf oder zu,

lasse ich sie  in Ruh.

[Ruheplatz für den Hund, also mich,  und Respekt vor Ruhezone seitens der Kinder ist unabdingbar]

 

Sie darf sich jeden Stock krallen,

drum lasse ich ihn geschwind fallen.

[dies ist eine sehr gute Übung für die Begegnung mit fremden Hunden. Meine Waldkinder haben dies nach wenigen Monaten bereits im ff. So werden sie bei einer riskanten Begegnung mit einem fremden Hund, den Gegenstand des Interesses -Spielzeug, Butterbrot, Eis, Teddybär- direkt fallen lassen]

 

Sitz, Platz, Bleib, Komm und Leg dich hin

macht nur mit Iris zusammen wirklich Sinn.

[Die Kinder können auf diesem Weg schon einmal die wichtigsten Kommando ganz neben bei lernen. Sie dürfen mir keine Kommandos geben. Damit würde ich meinen Grundgehorsam rasch verlieren. In Settings, bei denen mein Frauchen dabei ist, dürfen die Kinder je nach Lernziel mit Iris gemeinsam und kontrolliert Kommandos geben.]

 

Meine Brotzeit ist nur für mich alleine,

davon bekommt Brunhilde keine.

[Meine Waldkinder lernen bei mir, was ein Hund zu fressen und zu trinken bekommt. Die Verlockung die Brotzeit mit mir zu teilen ist groß. Dieser Verlockung sollte mir zu liebe nicht nachgegeben werden. Zudem würde ich das Betteln lernen, was auf meiner Agenda für eine Hundepädagogin wie mich kein Lernziel ist.]

 

Fangen spielen wäre schön,

für Brunhilde passt es besser gemütlich spazieren zu gehen.

[Für Kinder und Hunde ist es attraktiv sich einander nachzulaufen. Das ist nicht nur gefährlich und fördert den Jagdtrieb, sondern wäre auch in der Begegnung mit einem fremden Hund absolut riskant. Fangen spielen ist also tabu. Ausnahmslos]

 

Höchsten zwei Kinder streicheln sie ganz sanft und toll,

davon hat sie nie die Nase voll.

[Ich sehe auf vielen Bildern im Internet und Büchern oftmals wie zahlreiche Menschen den Hund gleichzeitig anfassen. Meist im Stehen und über ihn gebeugt. Auch in hundepädagogischen Settings. Das ist für mich in jedem Fall Stress, auch wenn ich gelernt habe es auszuhalten. Diesen Stress kann man mir sparen, ohne das ein Kind zu kurz käme.]

 

Festes Umarmen und das Anfassen im Gesicht kommen ihr komisch vor,

deswegen kraule ich sie gerne hinterm Ohr, und am Bauch das mag sie auch.

[Kinder und auch Erwachsene fassen Hunden gerne von oben über den Kopf oder die Schnauze. Für einen Hund ist das keine positive Geste. Wir machen viele Streichelspiele und diesen Reim, damit ich keine Strapazen durch Stress verursachendes Anfassen erlebe und die Kinder trotzdem Freude haben]

 

 

Deine Brunhilde

Wenn du Fragen zum Thema Hund im Waldkindergarten hast, schreibe mir! Ich antworte gerne. 

 

 

hundegestützte Pädagogik man sieht Kinder, die einen großen braunen Hund streicheln

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik – Wie vermittel ich Regeln im Umgang mit dem Hund?

Verbote sind verboten, sie machen in den Köpfen nämlich Knoten

Egal um welche Art von Regelvermittlung es geht. Ein „Gehirn“ hört das „Nicht“ nicht. Beispiel. Wenn ich möchte, dass ein Kind nicht durch die Pfütze stapft, dann macht der Satz „Gehe da nicht durch“ wenig Sinn. Die Negation ist wenig wirksam. Das Gehirn überhört das „Nicht“.  Ich habe deshalb in den allermeisten Fällen positive Formulierungen für Regeln. Im Pfützenfall: „Gehe bitte an der Pfütze vorbei“. So hört das Kind, was es machen soll und nicht, was es lassen soll.

Regeln als Reim, da flutscht das Wissen leichter in den Kopf hinein

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Regeln gemeinsam mit den Kindern zu dichten. Das ist eine Merkhilfe und kann gut umgesetzt werden. Die Kinder haben oftmals große Freude an Gedichten und sind stolz wenn sie es können. Ich kann es außerdem zur Auffrischung gut im Morgenkreis üben. Unsere schlauen Füchse (Vorschulkinder) haben es mit Hilfe eines Gedichtes leicht den Haselmäusen (3-4 Jährige) und Eichhörnchen (4-5 Jährige), bei dem Erlernen der Regeln zu helfen. Außerdem: Wer ein Gedicht kann, ist ein kleines Stück weiter auf dem Weg zum Hundeführerschein und erhält in seinem Haselmaus- oder Eichhörnchenpass eine Brunhildentatze in Form eines Stempels.

Bilder selber machen und schon wird die Motivation entfachen

Wir fotografieren gemeinsam mit den Kindern die Regelfotos. Die Waldkinder erleben sich hierbei als Mitgestalter der Regeln und bekommen sie nicht einfach von uns auferlegt. Sie können während des Fotografierens Fragen stellen. Sie sind sehr motiviert und wollen alles richtig machen. Wenn wir die Fotos erstellen, auf denen Dinge zu sehen sind, wie man sich nicht verhalten sollte, ist Brunhildes Unbehagen unmittelbar während des Fotografierens spürbar für unsere Waldkindergartenkinder. Später können sie sich auf den Regelfotos wieder erkennen und damit identifizieren.

Brunhilde hat ein schönes Leben und mir wird der Hundeführerschein gegeben

Dass Brunhilde ein schönes Leben hat, ist sicher ein ehrenwertes Ziel, warum sich unsere Waldkinder an Regeln halten sollten. Es ist doch toll, wenn auch die Kinder etwas davon haben, wenn sie sich an Regeln halten, sich soviel Mühe machen und sich als kompetent erweisen. Deshalb gibt es bei uns einen kleinen Hundeführerschein für die Haselmäuse, einen großen für Eichhörnchen und die schlauen Füchse dürfen einen Trainerschein machen. Das bedeutet, sie helfen mit bei dem Hundeführerschein für die Kleinen. Sie dürfen Gedichte weitergeben, im Umgang mit dem Hund Vorbild sein, extra Übungen absolvieren und die Jüngeren sogar auf die Prüfung vorbereiten und abnehmen. So wird das Hundewissen von einer Kindergeneration an die nächste weiter geben. Sie erleben sich als selbstwirksam und wichtig. Meine Rolle hierbei ist es einen Rahmen herzustellen, in dem Kinder Kindern helfen und lehren können.

Dein Waldschrat Iris

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Anleitung für Kinder einem Hund das Leckerli zu geben – Hundegestützte Pädagogik –

Schritt 1

Ich zeige wie es nicht geht!

Zunächst zeige ich den Waldkindergartenkindern wie es nicht geht, da es um den von mir am häufigsten beobachteten Fehler, auch bei Erwachsenen handelt. (Bild Sprotte falsch). Dem Hund darf das Leckerli nicht vorgehalten werden. Hier wird der Hund animiert zu „schnappen“, denn er sieht seine Belohnung und möchte mit seiner Schnauze dort hin. Hierbei kann er auch gerne daneben zielen und die Hand oder die Finger erwischen.

Ich lasse die Kinder diesen Schritt nicht selber machen denn sie sollen es von vorne herein richtig machen und auch nicht Gefahr laufen ihre Finger oder gar Hand unsanft in Brunhildes Mund zu parken.

Ich erkläre ihnen aber, dass es wichtig ist, den Hund zur Nasenarbeit und nicht zur Schnapparbeit zu motivieren und zeige ihnen wie es „falsch“ ist. Neufundländerin Brunhilde arbeitet mit. Sie darf natürlich nur schnappen weil ich vorher „heimlich“ das Kommando „nimms dir“ beigebracht habe, ohne dass sie grundsätzlich nichts fressen darf. Ich nehme für alle Training Sprotten, da arbeitet sie stets motiviert mit.

Schritt 2

Füttern mit Anleitung

Ich setze unsere Walkindergartenhündin Brunhilde  im Sitz ab und positioniere mich zwischen Hund und Kind. Das vermittelt Sicherheit. Ich knie, denn ich möchte auf Augenhöhe mit dem Kind sein.

Ich lege ein Stück Sprotte in die Kinderhand (Bild Sprotte in der Hand) und helfe diese zu einer Faust (Bild Sprotte in der Faust) zu ballen. So verschwindet die Sprotte in der Kinderhand.

Ich nehme die Kinderhand und halte sie in meiner Hand geschützt vor Brunhildes Nase.(Bild Fütterung mit Hilfestellung). Ich erkläre den Kindern warum das so gut funktioniert. Denn: Neufundländerdame Brunhilde muss so ihre Nase benutzen und nicht ihre Schnauze. Das lässt sie ruhig werden und nach Futter suchen, anstatt nach Futter zu schnappen.

Ich sage den Spruch: „Riechen, riechen, riechen, aufmachen“ und helfe dem Kind es „drei Mal riechen lang“ auszuhalten. Dann helfe ich die Hand aufzuklappen. Neufundländerin Brunhilde nimmt zärtlich das Stückchen Sprotte.

Die meisten Kinder trauen sich erst nach und nach. Ich lasse sie es nur wiederholen, wenn sie es freiwillig wollen. Aber maximal drei Mal, damit alle mit einem Erfolgserlebnis abschließen . Brunhilde könnte außerdem gierig werden und mit der Pfote nachhelfen. Das machen Neufundländer gerne, wenn sie schneller mehr wollen.

Schritt 3

Leckerli geben als Belohnung für die Waldkindergartenkinder

Die Kinder dürfen als Belohnung für Dinge, die sie besonders gut gemacht haben, Brunhilde eine Sprotte geben. Je öfter sie das machen, desto selbstsicherer werden sie. Irgendwann können sie ohne meine Handführung Brunhilde ein Leckerli geben. Wichtig: Ich bin immer bei allen Kindern in Hockstellung zwischen Hund und Kind! So habe ich jederzeit Zugriff und vermittele die nötige Sicherheit.

 

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik – Welcher Hund ist für die Arbeit im Waldkindergarten geeignet? Teil 2

Anforderung an einen Hund, der im Waldkindergarten arbeitet. Oder: Viele gute Gründe warum ich mich für die Arbeit mit Neufundländern entschieden habe

Teil 2: Sonderfall – einen Haufen Kinder jeden Tag

Hast du schon mal Tag ein Tag aus, Jahr um Jahr 25 quirlige, lustige, traurige, kletterfreudige, hüpfende, lachende, spielende, weinende, neugierige Waldkindergartenkinder in den Wald rein und glücklich, heile, trocken, warm und pädagogisch sinnvoll betreut wieder heraus geführt? Du brauchst Nerven wie Drahtseile, Adleraugen, hohe Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, eisernen Willen, eine gewisse Grundsturheit, Bodenständigkeit, Freundlichkeit, Gelassenheit, Freude an Kindern, die Fähigkeit deine eigenen kalten Füße und Hände zu ignorieren, du solltest körperlich top fit sein und nichts gegen nasse Haare, Sturmfrisuren und trockene Haut einzuwenden haben. Du solltest lange Strecken gemütlich zurücklegen können, keine Angst vor Wildschweinen und Zecken haben. Kinder, die weinen dürfen dich nicht aus der Ruhe bringen, sondern dich herausfordern es möglichst erfolgreich und schnell zu trösten. Im Winter hast du Verständnis dafür, dass alles viel viel langsamer geht und dass es ganz schön schwierig ist der Dunkelheit und dem Nebel etwas Gutes abzugewinnen. Du solltest in der Lage sein , den Kindern stets mit Wertschätzung zu begegnen und ihnen gleichzeitig dein starkes Rückgrat in erzieherischer Verantwortung anzubieten. Der Hund an deiner Seite sollte genau dieselben Eigenschaften besitzen. Ein Neufundländer ist so ein Hund, wenn du ihm denn alles gibst, was er braucht.

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Hundegestützte Pädagogik – Welcher Hund ist für die Arbeit im Waldkindergarten geeignet? Teil 1

Anforderung an einen Hund, der im Waldkindergarten arbeitet.

Oder: Viele gute Gründe warum ich mich für die Arbeit mit Neufundländern entschieden habe.

Sonderfall – hundegestützte Pädagogik im Wald

Die Anforderungsprofile an Hunde dürften so vielseitig wie das Aufgabengebiet der Hundepädagogik selber sein. Bevor man sich für ein bestimmtes Tier entscheidet, ist es also wichtig ein Anforderungsprofil zu erstellen. Wo soll der Hund arbeiten? Wie viel soll er arbeiten? Wo lebt der Hund? Hat der Hund Kontakt mit anderen Tieren? Arbeitet der Hund in Räumen oder draußen? Mit Gruppen oder mit Einzelpersonen? Mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen? Wer führt den Hund? Noch vielmehr als bei der Anschaffung eines Familienhundes ist es eine verantwortungsvolle Aufgabe ein Tier auszuwählen, das von seiner Grundausstattung her dem Anforderungsprofil gewachsen ist. Und auch der Mensch, der ihn führt, sollte die Anforderung stemmen können und wollen. Denn die Arbeit mit dem Hund sollte erfolgreich sein, Spaß machen und den Menschen sowie dem Tier gerecht werden. In unserem Fall gibt es ein sehr genaues Anforderungsprofil. An diesem Beispiel möchte ich euch erklären, warum ich mich für die Arbeit mit Neufundländern entscheiden habe:

Im Wald, da ist es warm und kalt, mitunter sehr kalt

Wir arbeiten im Wald. Jeden Tag von 7.30 Uhr bis 13.45 Uhr. Sommer wie Winter, bei Regen und Schnee. Brunhilde unser Neufundländer-Waldkindergartenhund liebt rassebedingt die Kälte und ihr macht es nichts aus nass zu werden. Sie bringt gewissermaßen die körperlichen Voraussetzungen mit solch gräußlichen Wintern, wie wir ihn jetzt gerade haben, gut zu überstehen. Robust, wie sie ist, liegt sie auf Eisplatten, stromert mit uns von Wanderbaustelle zu Wanderbaustelle durch den Wald, um in Bewegung zu bleiben. Im Sommer, wenn es heiß ist, denn das mögen Neufundländer nicht so gerne, ist es in unserem Wald kühler, als in jedem Raum und es stehen zahlreiche Gewässer zum Abkühlen zur Verfügung. Damit ein Hund arbeitsfähig ist, müssen die Rahmenbedingungen das körperliche Wohlbefinden für einen Hund möglich machen. Ein Neufundländer schafft dank, seiner Statur und seines Fells, den Wald in jeder Jahreszeit. Ein Jack Russel würde in dieser Jahreszeit bei 6 Stunden im Wald sehr schnell frieren, Neufundländerin Brunhilde dahingegen würde im Sommer als Schulhund in einem Klassenzimmer leiden.

Im Wald, da sind die Rehe und auch Wildschweine treten dir auf die Zehe

In der Arbeit mit dem Hund im Waldkindergarten kann ich mir kein Überraschungsei, welches ein Jagd-Gen vom Urgroßvater geerbt hat oder dessen Tante vermutlich ein Dackel mit ambitionierten Dachsbau-Buddeltrieb war oder dessen Vater ein Mischling aus einem jagdfreudigen Beagle und einer Entenapportierfreudigen Labradordame war, leisten. Ich hätte eine ganze Menge Arbeit dem genetischen Potential entgegenzuwirken. Ich benötige für meine Hundegestütze Pädagogik im Wald einen Hütehund, den es in erster Linie interessiert, ob sein „Haufen“ bzw. seine „Herde“ beisammen ist. Einen Hund, der anzeigt, wenn jemand, der nicht zu uns gehört im Wald umherschleicht, ohne ihm hinterher zu flitzten, weil er glaubt ein Wildschweinbraten wäre heute das beste Geschenk für Frauchen. Und einen Hund, der ein wesentliches Grundverständnis bereits angeboren hat: nämlich die Vorstellung von (s)einem mobilen Revier. Denn: Der Wald hat keine Grenze, keinen Zaun und keine Tür. Ein Neufundländer hat sowohl Interesse am Zusammenhalt seines „Menschenhaufens“ als auch einen Zugang zum mobilen Revier.

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By Dr. Iris Osswald-Rinner

Brunhilde, unsere Azubine, macht Fortschritte

Auch ein Hund braucht Pausen

Brunhilde ist eine Neufundländerdame. Die sind bekanntermaßen geduldig und arbeitsbesessen.

Aber  eben auf Neufundländisch. Hier einige Impressionen aus ihrem Arbeitsleben als Auszubildende.

       

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Brunhilde von Bärenfels ist da!

                   

Brunhilde ist inzwischen sechs Monate alt und arbeitet seit Juli 2016 als Auszubildende in unserem Waldkindergarten. Sie macht gerade den Kinderführerschein und die Kinder einen Hundeführerschein. Brunhilde wird ihrem Bärenimage gerecht und gibt sich gelassen, verschmust, lernbereit und spielfreudig. Das Zusammenleben ist für alle eine Bereicherung.

By Dr. Iris Osswald-Rinner

Mias Beerdigung – Ein möglicher Umgang mit dem Thema Tod und Trauer im Waldkindergarten

Gemeinsam mit den Kindern haben wir uns auf Mias Beerdigung vorbereitet.

Am 26. Juli haben wir Mias Asche in unserem Wald, ganz nah bei uns, begraben. Die Kinder haben die Grabrede selber geschrieben und vorgetragen, ein Kreuz gebaut, die Grabumrandung geschnitzt und einen Holzbaum gebastelt. Sie entschieden einen Leichenschmaus mit einem Mia-Gedenk-Sandwich zu zelebrieren. Hierzu brachten sie von daheim Zutaten mit. Auch Brunhilde, ihre Nachfolgerin sollte dabei sein. Eine Stabübergabe, wie Kinderaugen- und Herzen sie sich wünschen. Brunhilde nahm es nach Neufundländerart gelassen und würdevoll. Mia hatte die wunderbarste Bestattung, die ein Hund sich vorstellen kann. Und wir, das Waldteam, sind glücklich mit so tollen großen Persönlichkeiten im Wald unsere Zeit verbringen zu dürfen. Danke

                                  

                              
               

 

 

 

Die Grabrede der Kinder:

Mia

war ein guter Hund.

Sie hat immer schön auf uns aufgepasst.

Sie war ein schöner flauschiger Hund.

Sie hat ihren Job gut gemacht.

Sie hat witzige Sachen gemacht.

Mia zu bürsten war toll.

Sie hat uns gerne unsere Stecken abgenommen.

Jetzt schläft sie sehr lange.

Sie war sehr brav und lieb.

 

Wir wünschen ihr:

Dass es ihr gut geht wo sie jetzt ist.

Gute Träume.

Dass sie nie alleine ist.

Viel Spaß und viel Glück.

Dass sie gut ankommt.

Dass sie viele Freunde findet.

 

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