Literaturempfehlung – Die Nacht von Paul Bogard

Literaturempfehlung – Die Nacht von Paul Bogard

Paul Bogard rückt künstliches Licht in ein schlechtes Licht, denn das meiste hiervon ist überflüssig und schadet uns und unserer Umwelt  

In Wenzenbach wurden vor kurzer Zeit neue Straßenlaternen installiert. Eine Errungenschaft wie es scheint. Scheinen? Ja das machen sie, die Laternen.  Wenn ich abends nach einem Saunagang in meinem Garten liege, kann ich das Buch die Nacht von Paul Bogard ohne zusätzliche weitere Lichtquelle lesen. Wenn ich die Kinder ins Bett bringe, surre ich die Rollos bis zum letzten Millimeter herunter, denn die Laternen scheinen taghell. Wie gut für die Menschen, die ab 22 Uhr ihre Abendrunde ohne Taschenlampe durch die Wohnsiedlung drehen wollen und wie unnütz für Menschen, die Dunkelheit brauchen.


Künstliches Licht lässt unseren Planet nachts hell erstrahlen 

Egal, ob man die Erde nachts vom Weltall aus betrachtet oder der einzelne Mensch in den Himmel blickt, die Dunkelheit scheint verschwunden. Und das hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen, das Leben der Tiere sowie auf das gesamte Ökosystem. So sehr künstliches Licht unser Leben erleichtert und es an vielen Stellen dringend erforderlich ist, so überflüssig ist es vieler Orts. Vom Energieverbrauch ganz zu schweigen. Paul Bogard erzählt aus der Ich-Perspektive, was das Buch sehr persönlich macht. Der Leser kann problemlos mitgehen, ohne sich belehrt zu fühlen.  Auf seiner Reise durch die Nacht und auf der Suche nach absoluter Dunkelheit trifft Paul Bogard viele interessante Menschen: vom Astronomen bis zum Nachtarbeiter, die Licht ins Thema Dunkelheit bringen. Der Leser erhält Seite um Seite die Chance, dass ihm ein künstliches Licht aufgeht. Es gibt eine Art der Umweltverschmutzung, die bisher scheinbar noch keine mediale Rolle gespielt hat. Die Lichtverschmutzung. 

Lichtverschmutzung ein Thema, das auch dich angeht

Dunkelheit, ist Voraussetzung für Schlaf, für Erholung und für Pause. Jedes kleine LED-Licht im Schlafzimmer verhindert das Abtauchen in das eigene Innere, das damit beschäftigt ist, den Tag und das Leben ordentlich zu verarbeiten. Die Frische des Morgens bleibt aus. Das ist gemeinhin aus zahlreichen Studien und Schlafforschungen bekannt. Die Voraussetzung für ein funktionierendes Ökosystem ist Dunkelheit und der klare Wechsel von Tag und Nacht. Du denkst jetzt: „Ich wohne ja nicht am grellsten Ort der Welt (Los Angeles), was geht mich das Thema Lichtverschmutzung an?“. Das dachte ich auch. Gleich auf den ersten Seiten des Buche die Nacht, findest du eine Klassifizierung von 1-9 der Nachthimmel. Vom innerstädtischen Nachthimmel (Klasse 9) über den hellen Vorstadthimmel (Klasse 6) zum Landhimmel (Klasse 3) bis Ort mit exzellentem dunklen Himmel (Klasse 1). Hier begreift jeder Leser schnell: fast keiner von uns kommt in den Genuss von Dunkelheit. 

Die Nacht – Reise in eine verschwindende Welt

Während des Lesens kam in mir die Sehnsucht nach einem Nachthimmel auf, nach Dunkelheit. Sollte ich lesen wollen, gehe ich nachts in meinen Garten. Wenn ich Nachtruhe brauche, baue ich mein nächstes Haus an einem dunklen Ort.

Dein Waldschrat Iris

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Dr. Iris Osswald-Rinner
info@waldpaedagogik.life

Waldschrat, Wissenschaftlerin und freie Autorin. Ich mache, was mein Herz mir sagt und von meinem Verstand genehmigt aber auch von ihm unterstützt wird. Mein Herz schlägt für meinen Mann und meine Kinder. Ich bin eine Vollblutsoziologin, die niemals aufhört nach dem guten, glücklichen Leben zu forschen. Insbesondere für Kinder. Zu meinem persönlichen guten Leben gehören zwei Neufundländer, drunter geht nix.